St. Pölten Konkret

„Florian“ ist abgefüllt

04.01.2017, von Martin Koutny

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Im Bild (1/2): Hauptstadtwinzer Ludwig Neumayer und Bürgermeister Mag. Matthias Stadler bei der erstmaligen Verkostung des "Florian". (Foto: Josef Vorlaufer)
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Im Bild (2/2): Über 12.000 Flaschen wurden vom Hauptstadtwein abgefüllt. Erstmalig erhältlich ist Florian am Hauptstadtball am 14.Jänner. (Foto: Josef Vorlaufer)

Was in der Riede „Himmelreich“ im unteren Traisental begann, hat nun im Weinkeller seinen Abschluss gefunden. Hauptstadtwinzer Ludwig Neumayer aus Inzersdorf ob der Traisen hat mit feinem Gaumen und viel Fingerspitzengefühl in den letzten Wochen einen trinkanimierenden Grünen Veltliner mit dem Namen „Florian“ gekeltert und in Flaschen abgefüllt. Beim Hauptstadtball am 14. Jänner wird der Hauptstadtwein 2017 erstmals verkostet.

Kaum jemand denkt darüber nach, wie viel Arbeit dahintersteht, bevor man ein gutes Glas Wein genießen kann. Das ganze Jahr über muss der Weingarten gepflegt werden. Der Witterungsverlauf beeinflusst Menge und Qualität der Trauben und nach der Weinlese beginnt die Arbeit im Weinkeller, bis schließlich der edle Tropfen in den Verkauf gelangen kann. „Das Abfüllen des Weines ist immer ein besonderer Moment“, meint Hauptstadtwinzer Ludwig Neumayer, „weil damit ein arbeitsreiches Jahr abgeschlossen wird und die KundInnen den Wein beurteilen.“

Feiner Gaumen & Fingerspitzengefühl
Bei der Arbeit im Weinkeller kommt es auf das Fingerspitzengefühl und den Gaumen des Winzers an. „Mein Ziel war es, einen unverfälschten, sortentypischen und trinkanimierenden Grünen Veltliner zu keltern. Dabei habe ich mich von meiner jahrzehntelangen Erfahrung als Winzer und natürlich auch von der Intuition, die jedem Wein eine persönliche Note gibt, leiten lassen. Der Florian soll den St.PöltnerInnen viel Freude bereiten“, erzählt Neumayer, der mit dem Ergebnis seiner Arbeit sehr zufrieden ist. Bürgermeister Mag. Matthias Stadler ließ es sich nicht nehmen, den Hauptstadtwein 2017 als erster zu verkosten: „Der „Florian“ ist hervorragend geworden. Es ist ein richtig saftiger Grüner Veltliner geworden der einerseits sehr gefällig ist und andererseits von hoher Qualität, so dass man ihn durchaus öfters genießen sollte. Bei diesem typischen Grünen Veltliner merkt man die Handschrift des Meisters. Ludwig Neumayer wollte für die Landeshauptstadt einen guten Wein produzieren und das hat er gemacht.“

12.000 Flaschen abgefüllt
Insgesamt wurden über 12.000 Flaschen abgefüllt, die nun mit den Etiketten versehen werden. In den Tanks lagern aber noch zusätzliche Vorräte. „Der Wein wird uns sicher nicht ausgehen“, verspricht der vielfach ausgezeichnete Winzer.
Nach der Präsentation am Hauptstadtball wird „Florian“ an die St. Pöltner Gastronomie ausgeliefert und wird auch im Tourismusbüro im St. Pöltner Rathaus sowie ab Hof zum Verkauf angeboten.

„Florian“ zum Jubiläum
Die Benennung des Hauptstadtweines, der mittlerweile einer der besten Werbeträger der Stadt ist, wird gerne mit einem besonderen Jubiläum verknüpft. 2017 feiert die Feuerwehr St. Pölten ihr 150-jähriges Bestehen – ein perfekter Anlass, den Wein nach dem Schutzpatron der Feuerwehr, dem „Heiligen Florian“ zu benennen. Als Weinpaten fungierten im November Bürgermeister Mag. Matthias Stadler, Physiker, Autor und Leiter des Wiener Planetariums und zweier Sternwarten, Mag. Werner Gruber und Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner, MSc.

Heiliger Florian lebte in St. Pölten
Der Überlieferung nach war Florian Amtsvorsteher des Statthalters der römischen Provinz Ufernori-cum, Aquilinus, gewesen und lebte nach seiner Pensionierung – möglicherweise, weil er Christ geworden war – in Aelium Cetium, dem heutigen St. Pölten. Im Jahr 304 brach er von hier nach Lauriacum auf, um 40 ausgeforschten Christen gegenüber seinem ehemaligen Vorgesetzten beizustehen. Als auch er sich weigerte, dem Christentum abzuschwören, wurde er zum Tod verurteilt und am 4. Mai 304 mit einem Stein um den Hals von einer Brücke in die Enns gestürzt. Er gelangte durch seinen Tod im Wasser im Nachhinein zu hohen Ehren und wird als Patron der Feuerwehr in der katholischen und orthodoxen Kirche gleichermaßen verehrt.

Florian als Weinetikette
Die Gestaltung des Weinetiketts übernahm der der Künstler und Studiengangsleiter für Grafik- & Informationsdesign an der New Design Univerity, Aidan Swanton. „In Anspielung auf die Hinrichtung Florians wurde das “O” durch die stilisierte Darstellung eines Mühlsteins ersetzt. Die zweifarbige Gestaltung der Typografie symbolisiert die Elemente Feuer und Wasser, die sowohl im Leben und Tod Florians als auch im Alltag der Feuerwehr eine zentrale Bedeutung haben. Die konzentrischen Kreise des Mühlsteins können auch als vereinfachte Darstellung Niederösterreichs mit seiner Hauptstadt gesehen werden. Die einfache grafische Gestaltung und die reduzierte Farbgebung sorgen für eine hohe Plakativität und eine optimale Wiedererkennbarkeit des Etiketts“, beschreibt Aidan Swanton seine Idee zur Gestaltung

Weingut Ludwig Neumayer vielfach prämiert
Ludwig Neumayer übernahm 1992 das kleine elterliche Weingut mit damals nur zwei Hektar und bewirtschaftet heute etwa 15 Hektar in Inzersdorf ob der Traisen. „Meine Weingärten liegen in einer sehr schmalen Zone aus extrem kalkreichen Konglomeratböden. Sie bildet den Übergang von den nordöstlichen Lössböden des Wagram hin zu klassischen Urgesteinsböden in Richtung Nordwesten zur Wachau. Auf solchen Böden keltere ich glasklare und wasserhelle Weine, die dabei nuancenreich und komplex sind. Die Natur gibt den Rahmen. Ich gebe nur meine Handschrift dazu“, erklärt Ludwig Neumayer. Mit dieser Stilistik liefert Ludwig Neumayer Jahr für Jahr Weltklasseweine mit erkennbarer Herkunft: Der Wein vom Stein - glasklar und extrem langlebig.
Schon seit vielen Jahren definiert er damit die Qualitätsspitze nicht nur seiner Herkunftsregion Traisental und wurde bereits 1996 Falstaff Winzer des Jahres.

Weingut Ludwig Neumayer
Dorfstraße 37, 3131 Inzersdorf ob der Traisen, Österreich
T: +43 (0) 2782 81110
neumayer@weinvomstein.at
http://www.weinvomstein.at

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