St. Pölten Konkret

Kafka als Klassenzimmertheater

02.11.2016, von Marketing St. Pölten GmbH

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Im Bild (1/1): Stanislaus Dick bereist als Gregor Samsa die Klassenzimmer Niederösterreichs. (Alexi Pelekanos)

Franz Kafkas gruselige Parabel "Die Verwandlung" hat am Freitag, 4. November, im Landestheater Premiere.

Auch in dieser Spielzeit produziert das Landestheater Niederösterreich
im Rahmen der Theatervermittlung ein Stück für das Klassenzimmer. Heuer tourt Stanislaus Dick mit "Die Verwandlung" von Franz Kafka durch niederösterreichische Schulen.
Premiere des Stücks in der Inszenierung von Moritz Beichl ist am Freitag, 4. November, 19.30 Uhr in der Theaterwerkstatt.
Klassenzimmertheater ist Theater im Klassenzimmer, ohne spezielle Bühne, ohne opulente Kostüme. Dieses Theater lebt durch den Text, den Darsteller und den direkten Austausch mit den Schülern. Das vertraute Klassenzimmer wird zu einem Raum für neue Erfahrungen und ungewohnte Sichtweisen. Im Anschluss an die Aufführung bietet das Landestheater eine theaterpädagogische Nachbereitung. Die Schüler bekommen die Gelegenheit, sich zum Geschehenen zu äußern und sich mit der Thematik des Stücks auseinanderzusetzen.

Gregor Samsa hat sich über Nacht in einen Käfer verwandelt. Mit einem Panzer am Rücken, einem versteiften Bauch und Kleinen zappelnden Beinen, so erwacht Gregor eines Morgens. Schnell wird klar, dass Gregors Zustand als Ungeziefer kein Fieberwahn ist, sondern grausame Realität. Zum Entsetzen seiner Familie ist es Gregor ab nun unmöglich, weiterhin als Alleinverdiener für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Im Gegenteil, er kann seiner ungeliebten, monotonen Arbeit nicht mehr nachgehen und muss sich stattdessen jeden Tag mit Essen versorgen lassen. Aber wie lange wird die Familie Gregor als nutzlosen Fremdkörper in ihrer Mitte noch ertragen?

Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ ist 1912 entstanden und zählt zu den „unruhigsten Träumen“ der Weltliteratur. Für den jungen Regisseur und Autor Moritz Beichl ist „Die Verwandlung“ eine poetische Parabel auf unsere heutige Leistungsgesellschaft, in der jeder, der sich darin nicht einordnet, zum Außenseiter wird. Der Leistungsdruck und die Verantwortung nehmen zu, in der Schule, im Beruf und auch in Familien. Das Leben wird immer komplizierter. Wer sich nicht abgrenzen kann, obwohl er unter der Belastung leidet, muss sich einen Panzer schaffen.

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