St. Pölten Konkret

Gebaute Zukunft - Karl Schwanzer in St. Pölten

17.05.2018, von Corina Muzatko

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Im Bild (1/3): Karl Schwanzer mit dem Modell des WIFI Baues. (Foto: Stadtarchiv St. Pölten)
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Im Bild (2/3): Karl Schwanzer schätzte die plastischen Qualitäten des „gegossenen Steins“. (Foto: Stadtarchiv St. Pölten)
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Im Bild (3/3): Ein Foto des WIFI Baues vom 30. April 1971. (Foto: Stadtarchiv St. Pölten)

Die Eröffnung zur Ausstellung anlässlich des 100. Geburtstages des Architekten im Stadtmuseum findet am 22. Mai ab 19 Uhr statt.

Geradezu als konsequent erschien der vom Wirtschaftsförderungsinstitut kurz vor der Jahrtausendwende gefällte Entschluss, den sogenannten „WIFI-Turm“ in St. Pölten abzureißen. Der 54 Meter hohe Beton-Koloss nahe der Westautobahn war in die Jahre gekommen. Die bröckelnde Fassade und das beengende Innenleben machten ihn zu einem unliebsamen Relikt aus einer anderen Zeit. Die Ausstellung „Gebaute Zukunft – Karl Schwanzer in St. Pölten“ beschreibt ein Stück jüngere Stadtgeschichte, in deren Zentrum mit Karl Schwanzer einer der bedeutendsten Architekten Österreichs steht. 2018 würde er seinen 100. Geburtstag feiern.

Ikonen der Architektur
Von Montreal bis Wien, von München bis Brasilia: Karl Schwanzers Werke gelten als Ikonen der Architektur. Es sind Charakter-Bauten, die sich stilistisch nicht miteinander vergleichen lassen. Allen liegt eine, je nach Anforderung, höchst individuelle Formensprache zugrunde. Auch der WIFI-Turm war in diesem Sinn einzigartig. Wie ein riesiger Monolith schrieb sich das einstige Internatsgebäude in das suburbane Stadtbild St. Pöltens ein und zeugte weithin sichtbar von einem Fortschrittsglauben, der das wirtschaftlich prosperierende Österreich in den 1960er-Jahren erfasste. Das Baumaterial - Beton in seiner rohen Anmut - unterstrich den modernistischen Anspruch. Karl Schwanzer schätzte die plastischen Qualitäten des „gegossenen Steins“. Den Turm erschuf er gleichsam als Wohnskulptur.

Das ebenfalls von Schwanzer für St. Pölten entworfene Lehr- und Werkstättengebäude des Wifi ist denkmalgeschützt. Wie steht die Stadt zu diesem Erbe? Zur Eröffnung im Jahr 1972 blickten die Menschen gebannt in die Zukunft. Rasante technische Entwicklungen erforderten ein entsprechendes Modell der Aus- und Weiterbildung. Schon damals ging das WIFI davon aus, dass erlerntes Wissen bereits in kurzer Zeit wieder „überaltert“ sein würde – und auch die gebaute Zukunft im Geiste Karl Schwanzers sollte bald an ihre Grenzen stoßen.

Stadtmuseum St. Pölten
GEBAUTE ZUKUNFT.
Karl Schwanzer und St. Pölten.
Eröffnung: 22.Mai, 19 Uhr
23. Mai – 26. August 2018
Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr
www.stadtmuseum-stpoelten.at


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