St. Pölten Konkret

Wilde Nackte und feine Schmankerl

24.05.2016

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Im Bild (1/1): Galeriefest mit Harald Sterle,J.F. Sochurek, Christian Czaak, Karl Heinz Maringer, Anton Bauer und Gefährtin Gudrun, Josef Wildburger und Manfred Engel. (Marketing St. Pölten)

Das war ein Galerie-Fest — mit starken Bildern von Alfred Kornberger, feinen Schmankerln von &fisch und süffigen Weinen von Anton Bauer.

Als „Bonvivant mit Malerpratzen“ wurde er bezeichnet, der 2002 verstorbene Künstler Alfred Kornberger, dessen expressiven farbigen Akten eine Ausstellung in der Galerie Maringer gewidmet ist. Zur Ausstellungseröffnung erzählten Karl Heinz Maringer und der Wiener Galerist Christian Czaak Anekdoten aus ihren Begegnungen mit dem das Leben und die Frauen liebenden Maler. Plattform-STP-2020-Obmann Josef Wildburger ließ dazu Schmankerl von seinem &fisch-Stand auftischen, Hauptstadtwinzer Anton Bauer servierte seine ausgezeichneten Weine und die wilden Bilder von Alfred Kornberger fanden rasch Liebhaber und Abnehmer unter den Gästen.
Alfred Kornbergers Werke sind bis 24. Juni in der Galerie Maringer zu bewundern und zu erwerben.

Alfred Kornberger, Jahrgang 1933 und ausgebildeter Lithograf, besuchte die Meisterklasse von Robin Christian Andersen an der Akademie der bildenden Künste. Kornberger sicherte sich seine Existenz anfänglich noch als Werbegrafiker. Gleichzeitig führte der Maler seit 1958 ein großes Atelier in der Wiener Währingerstraße. Die öffentlichen Aufträge für Kunst-am-Bau wurden zu einer weiteren Einnahmequelle. So gestaltete Kornberger in den 1960er Jahren eine Reihe von Wiener Häuserfassaden mit monumentalen Glasmosaiken und Sgraffiti. Oft lud Kornberger mehrere Modelle gleichzeitig in sein Atelier ein, die für ihn posierten und ihn inspirierten. Das Atelier war jedoch nicht nur der künstlerischen Arbeit gewidmet, sondern es wurde auch zum beliebten Treffpunkt für Künstler und Kunstinteressierte, die hier einen Ort der Feste und Sinnesfreuden vorfanden. Kornberger scheint sein Leben, teils exzessiv, in vollen Zügen genossen zu haben. Dies drückt sich

auch in den Bildern dieser Schaffensperiode aus. In den 60er Jahren hatte sich Kornberger noch mit dem Kubismus eines Picasso oder Braque auseinander gesetzt oder sich der surrealistisch anmutenden „metaphysischen“ Malerei eines Giorgio de Chirico angenähert. Abstrakte Tendenzen hinterließen nur kurzweilig ihre Spuren. Schließlich findet Kornberger zu seiner eigenen künstlerischen Sprache, die durch ihre Lebendigkeit besticht und den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Der weibliche Akt wird zu seinem Hauptmotiv. Immer und immer wieder findet Kornberger eine neue Variation
den nackten Frauenkörper auf der Leinwand festzuhalten.
Sein Werk reiht sich damit ein in die große österreichischeTradition körperbetonter Kunst, die von Egon Schiele bis Alfred Hrdlicka reicht.
Vor seinem Tod im Jahr 2002 konnte der, unter anderem von seinem wilden Lebenswandel geschwächte, Künstler auf ein Oeuvre zurückblicken, das über 1300 Ölgemälde und eine nicht minder große Zahl an Zeichnungen und Aquarellen umfasst.


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