St. Pölten Konkret

Keine Flüchtlinge bei Baumax

14.10.2015, von Thomas Kainz

Medialen Gerüchten zufolge sollten beim ehemaligen Baumax-Standort im Süden St. Pöltens 60 Flüchtlinge untergebracht werden. Dies kann jedoch dezidiert ausgeschlossen werden. St. Pölten erfüllt bereits jetzt seine Asylquote und wird außerdem eine Informations- und Servicestelle bekommen.

Mit der weiteren Verwertung der Firma Baumax (nach Beendigung der geschäftlichen Tätigkeit) kamen Gerüchte auf, dass am Standort in Spratzern anstelle des Baumarktes eine Asylunterkunft geschaffen werden soll, auch diverse Medien verbreiteten das. Von offizieller Seite und in Abstimmung mit dem befassten Grazer Immobilienentwickler Supernova, wird folgendes festgehalten: Der Bund hat sich bei der Firma Supernova erkundigt, welche ehemaligen Baumax-Standorte nicht unmittelbar weiterbetrieben werden. Auf diese Anfrage hin hat Supernova unter anderem auch den Standort im Süden St. Pöltens aufgelistet. Ein konkretes Projekt zur Asylantenunterbringung hat es aber nicht gegeben und soll es auch jetzt nicht geben. Supernova will eine Fortführung des Standorts als Gewerbe- bzw. Handelsstandort, ohne eine Zwischennutzung als Asylquartier.

Quote erfüllt, Unterstützung kommt
„St. Pölten erfüllt die vom Bund festgelegte Asylquote von 1,5 Prozent. Wir haben stets darauf geachtet, dass eine sinnvolle Unterbringung und gerechte Verteilung erfolgt. Als dringend Hilfe bei der Zwischenversorgung von durchreisenden Transitflüchtlingen geboten war, haben wir unbürokratisch und schnell mit dem Notlager am Wirtschaftshof geholfen“, so Bürgermeister Mag. Matthias Stadler. „Die Zusammenarbeit mit Rotem Kreuz, Samariterbund, Feuerwehr, Polizei, Caritas und den vielen Freiwilligen hat hier wirklich vorbildlich funktioniert, dennoch ist auch das Lager am Wirtschaftshof keine Dauerlösung und wird in den nächsten Tagen endgültig geräumt. Zum einen ist dieses Lager nicht winterfest, zum anderen werden die Hallen für den anstehenden Winterdienst benötigt“, hält das St. Pöltner Stadtoberhaupt fest.
Der Bund bzw. der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) hat jetzt seine Unterstützung in Form der Errichtung einer Informations- und Servicestelle zugesagt. Mit dem sogenannten „Welcome Desk“ wird umfassende Beratung und Unterstützung im Bereich Sprache, Bildung sowie gesellschaftlicher Integration für Flüchtlinge und Zuwanderer angeboten. Außerdem wickelt der ÖIF vom Integrationsministerium finanzierte Deutschkursförderung für Asylberechtigte und Subsidiär Schutzberechtigte ab und unterstützt zahlreiche Integrationsprojekte. Das Projekt, das keine weitere Unterbringung beinhaltet, soll noch im Herbst in der Landeshauptstadt umgesetzt werden. „Das ist eine Service-Einrichtung und kein Lager oder eine Beherbergung“, begegnet Bürgermeister Mag. Matthias Stadler ebenfalls kursierenden Gerüchten.


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