St. Pölten Konkret

BEAT THE STREET in St. Pölten

30.03.2016, von Martin Koutny

beet the street jonas schule
Im Bild (1/1): Bürgermeister Mag. Matthias Stadler,Landesschulratspräsident. Mag. Johann Heuras, Heleg Payer, Dr. Petra Burger und Prim. Dr. Karl Zwiauer präsentieren mit Paul Winzely, Markus Andrä, Paulina Powondra und Klara Angerer das Bewegungsprojekt Beat the Street. (Foto: Josef Vorlaufer)

Von 6. April bis 20. Mai 2016 wird in St. Pölten ein ganz besonderes und innovatives Bewegungsprojekt zum ersten Mal in Österreich umgesetzt - BEAT THE STREET.

„Ziel von BEAT THE STREET ist es, das Bewegungsverhalten in Gemeinden und Städten nachhaltig positiv zu verändern und die Bürgerinnen und Bürger zu motivieren kurze Strecken in ihrem Alltag mit dem Fahrrad, dem Scooter oder zu Fuß zurück zu legen. Der Schulweg bietet sich dafür zum Beispiel ideal an“, erklärt der Präsident des Landesschulrates für Niederösterreich Mag. Johann Heuras und führt fort: „Genauso wie der Weg zum Bäcker, zum Einkaufen, in die Apotheke usw. Ziel ist es Menschen zu bewegen, aktiver zu werden, und so Bewegung nachhaltig in den Alltag zu integrieren.“ Das soll niederschwellig und lustbetont stattfinden und ein Bewusstsein für die Bedeutung von täglicher Bewegung für das Wohlbefinden zu schaffen. „Dabei werden wir viele Kinder durch unsere Schulen erreichen und über diese Kinder auch gemeinsam die Eltern ins Boot holen. Wir konnten 27 Schulen zur Teilnahme motivieren, das sind rund 4.700 Schulkinder, wir hoffen, dass wir auch die Eltern zum Mitmachen bewegen können – und so auf eine Teilnehmerzahl von 10.000 St. Pöltnerinnen und St. Pöltnern kommen“, ergänzt der Fachinspektor für Bewegung und Sport im Landesschulrat Mag. Gerhard Angerer.

BEAT THE STREET Karten sind beim Bürgerservice der Stadt St. Pölten im Rathaus kostenlos abzuholen. „Man kann sowohl einzeln als auch als Gruppe teilnehmen, oder sich zu einer Gruppe oder Schulklasse dazu nennen. Selbstverständlich können auch Vereine, Firmen oder Jugendgruppen mitmachen, alle sind willkommen. Das Projekt läuft sechs Wochen. Gemeinsam wird ein Ziel für alle St. Pöltnerinnen und St. Pöltner formuliert: Wir machen einen Wettlauf ins All! In sechs Wochen werden wir 200.000 Kilometer - gehen, radeln oder laufen“, ergänzt der Bürgermeister der Stadt St. Pölten, Mag. Matthias Stadler und betont: „St. Pölten hat sich zum Ziel gesetzt „Fittest City of Austria“ zu werden. BEAT THE STREET ist ein Bewegungsprojekt, das unsere Bemühungen bestens ergänzt.“
Bei Erreichen des gemeinsamen Ziels nach sechs Wochen wird ein „Preis“ für die Allgemeinheit zur Verfügung gestellt: Motorik-Spielgeräte im öffentlichen Raum der Stadtgemeinde, die für alle Gemeindebewohner gratis nutzbar sein werden.

Bewegungsarmut – ein gesellschaftliches Problem auch in Österreich
Der Mangel an regelmäßiger Bewegung stellt ein großes Gesundheitsproblem dar und begünstigt die Entstehung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes. 27% der Österreicher geben in Umfragen an, dass Sie NIE Bewegung machen. In Österreich ist mittlerweile jedes fünfte Kind unter sechs Jahren übergewichtig oder sogar fettleibig (Österreichischer Ernährungsbericht 2012). Übergewichtige Kinder und Jugendliche haben nicht nur physische Probleme sondern sind auch im Sozialgefüge der Schule oftmals Spott ausgesetzt, v.a. im Sportunterricht, was das Kind psychisch schwer belasten kann. „BEAT THE STREET funktioniert auf Gemeindeebene und setzt damit genau da an, wo es sinnvoll ist - und das in spielerischer Form. Unter starker Einbeziehung der Schulkinder wird es auch gelingen deren Eltern zu mehr Bewegung zu animieren“, sagt Prim. Univ. Prof. Dr. Karl Zwiauer, Vorstand der Abteilung für Kinder und Jugendheilkunde am Universitätsklinikum St. Pölten und Vorsitzender der Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und
Jugendheilkunde. Eine von Zwiauer für das Österreichische Grüne Kreuz für Gesundheit 2005 durchgeführte Studie hatte ein österreichweites Ost-West Gefälle adipöser (krankhaft übergewichtiger) Kinder gezeigt: im Osten Österreichs (NÖ, W, BGLD) ist die Zahl der adipösen Kinder um bis zu 57% höher als im Westen (SBG, T, VGB).

Wettlauf mit Wiener Neustadt
BEAT THE STREET wird mit der gleichen Zielsetzung parallel in einer weiteren Stadt-Gemeinde Niederösterreichs, in Wiener Neustadt ausgerufen. So wird ein gewisser Vergleichs-Wettbewerb entstehen und der Zusammenhalt und Team-Aspekt der jeweiligen Stadtgemeinde gestärkt.

Technologie und Partner
Intelligent Health ist ein Unternehmen mit Sitz in Großbritannien und hat mit BEAT THE STREET in den letzten vier Jahren weltweit mehr als 250.000 Menschen bewegt. Das Programm wurde zunächst von der Queens University Belfast ausgewertet und zeigte eine signifikante, nachhaltige Zunahme der Bewegung von etwa 20% über dem Ausgangswert. Das führte zu einer Ausweitung des Projekts auf viele Gemeinden und Städte in Großbritannien, aber auch in New York, Vancouver oder Shanghai wurden die Einwohner mit BEAT THE STREET zu mehr Bewegung motiviert. 2014 wurde das Projekt erfolgreich in der italienischen Region Terni implementiert, 2015 in Athen.
2016 wird das Projekt erstmals in Österreich umgesetzt.
Die technologischen Voraussetzungen (Karten Leser = Beat Boxes, Auswertung, Karten…) werden von Seiten Intelligent Health bereitgestellt.
Das lokale Management für Österreich übernimmt DDBVB | Dopplinger & Dopplinger GmbH. Medizinisch-wissenschaftlich begleitet wird BEAT THE STREET von Primar Univ. Prof. Dr. Karl Zwiauer.
Die The Coca-Cola Foundation übernimmt wie schon in zahlreichen anderen Ländern auch die finanzielle Unterstützung von BEAT THE STREET in Niederösterreich. Die The Coca-Cola Company investiert jährlich ein Prozent des weltweit erwirtschafteten Gewinns über ihre Stiftung The Coca-Cola Foundation in gesellschaftliche Projekte und Initiativen in den Bereichen Wasserschutzförderung, Recycling, in der Katastrophenhilfe und speziell für Programme zur Förderung eines aktiven Lebensstils. „BEAT THE STREET wurde mittels Förderungen der Foundation weltweit schon in zahlreichen Ländern erfolgreich umgesetzt. Grundvoraussetzung ist das Fehlen jeglichen Brandings oder sonstiger Marketingmaßnahmen im Zusammenhang mit der Marke und dem Produkt Coca-Cola. Wir haben uns schon vor Jahren freiwillig dazu verpflichtet Schulen als werbefreie Zonen zu sehen und Kinder unter 12 Jahren nicht anzusprechen“, so Dr. Petra Burger von der Coca-Cola Foundation in Österreich. Als prominenter Botschafter für Bewegung konnte der ehemalige Profi-Tormann Helge Payer, heute TV Kommentator und Leiter der erfolgreichen Talenteschmiede Helge Payer Talentmanagement für die Sache begeistert werden, „Bei BEAT THE STREET geht es nicht um Profisport, sondern zu zeigen wie viel Spaß Alltagsbewegung machen kann. Egal wie sportlich und fit man ist, kann man seinen Beitrag zum gemeinsamen Projekterfolg leisten. Der ist vor allem dann gegeben, wenn die Begeisterung für Bewegung in den Gemeinden auch nach dem 20. Mai anhält.“

So funktioniert‘s - Die technische Lösung
Smart Card Reader – so genannte „Beat Boxen“ – werden auf Lichtmasten installiert. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erhalten einen Schlüsselanhänger sowie eine Chipkarte für ihre Eltern von der Schule. Hält man den Schlüsselanhänger bzw. die Chipkarte an das Lesegerät, ertönt sowohl ein akustisches „Biep Signal“ als auch ein Lichtsignal, wiederholt man diesen Vorgang beim nächsten Lesegerät, erfasst dieses sowohl eine Strecke als auch Punkte und rechnet sie zu der Gesamtsumme der Klasse oder Gruppe (Verein/Firma), sowie der Schule und der ganzen Gemeinde.
Über die eigene Homepage www.stpoelten.beatthestreet.me kann laufend der Fortschritt der einzelnen Klassen und Gruppen sowie der zurückgelegte Gesamtweg der Gemeinde verfolgt werden.
Firmen und Gruppen (ab 25 Personen) können sich jederzeit gerne melden, werden dann auch als Gruppe registriert und der Homepage hinzugefügt. Kontakt: karin.dopplinger@ddbvb.at


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