St. Pölten Konkret

Equal Pension Day - weniger Pension für Frauen!

28.07.2016, von Martina Eigelsreiter

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Im Bild (1/1): Erna Sieberer (Projektleiterin fairwurzelt), Ilse Knell (Büro für Diversität), Regina Endl (Obfrau der ÖVP-Frauen St. Pölten) Mag.a Martina Eigelsreiter (Büro für Diversität) und STR Mag.a Renate Gamsjäger setzen sich für die Gleichstellung von Frauen in allen Lebensbereichen ein. (Foto: Josef Vorlaufer)

Der Equal Pension Day wird jedes Jahr neu berechnet. Er markiert den Tag, an dem Männer schon so viel Pension bekommen haben, wie Frauen bis zum Jahresende. Heuer war es der 27. Juli.

Als konservativer Wohlfahrtsstaat hat Österreich seine Arbeits- und Sozialpolitik auf die Erwerbsbiographie des männlichen Ernährers ausgerichtet. Dieser geht bis zu seiner Pensionierung einer (zumeist) durchgehenden Vollzeit-Erwerbstätigkeit nach. Für Frauen, die den Großteil der Kinderbetreuung und der Altenpflege übernehmen, gibt es immer wieder Erwerbsunterbrechungen bzw. Teilzeitbeschäftigungen.

Seit 1994 hat sich der Anteil der Frauen, die Teilzeit arbeiten, von 26 auf 48% erhöht. Im Jahr 2014 gingen bei den 25- bis 49-jährigen Frauen mit Kindern unter 15 Jahren 67,3% einer Teilzeitarbeit nach. Ein Ergebnis ist, dass eine Frau in Österrreich durchschnittlich mit 14.504 Euro aus Arbeitseinkommen in Pension geht und ein Mann mit 43% mehr, mit 25.454 Euro.

Die Ursachen für die unterschiedliche Pensionshöhe von Frauen und Männern sind großteils ident mit jenen für die Einkommensunterschiede: geringfügige Anstellung beziehungsweise Teilzeitarbeit und daraus resultierend ein geringes Stundenausmaß, unterbrochene Erwerbsbiographien durch Karenzzeiten für Kindererziehung und Pflege und damit einhergehend teilweise verpasste Karrierechancen, Erwerbstätigkeit in schlechter bezahlten Branchen, Diskriminierung bei Beförderungen und anderes mehr.

Bis zum Jahr 2028 wird der Durchrechnungszeitraum von den 15 Jahren mit den höchsten Verdiensten auf den vollen Durchrechnungszeitraum von 40 Jahren angehoben. Auf die Pensionen der Frauen wird dies mit großer Wahrscheinlichkeit starke negative Auswirkungen haben, wenn sich die hohe Teilzeitbeschäftigung von Frauen nicht reduziert.

Vielen Frauen ist diese Tatsache nicht bewusst. Um darauf aufmerksam zu machen, leisten Städte österreichweit Aufklärungsarbeit. Mit einem Aktionsstand in der Innenstadt hat das Büro für Diversität – mit Mitgliedern der Frauenplattform St. Pölten – auf diesen Missstand hingewiesen, Fragen der Passantinnen beantwortet sowie Infomaterial und Fächer mit der Aufschrift „Fair Play! Mein Recht!“ verteilt.

Informationen zum Thema:
http://www.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/pension/index.html
https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/27/Seite.270000.html

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