St. Pölten Konkret

Equal Pension Day: Pensionslücke von 43 Prozent zwischen Frauen und Männern

28.07.2017, von Martina Eigelsreiter

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Im Bild (1/1): Pensionistinnen sind eine stark armutsgefährdete oder von Armut betroffene Gruppe. Darum rechtzeitig über Rechte informieren sowie darüber, was man selbst zu einer Existenz sichernden Alterspension beitragen und wie man sich vor Diskriminierung in der Arbeitswelt schützen kann! v.l.: Barbara Seyrl von fairwurzelt, Mag.a Martina Eigelsreiter, Ivan Stanic, Ilse Knell (Büro für Diversität), STRin Mag.a Renate Gamsjäger (Foto: Josef Vorlaufer)

Der Equal Pension Day markiert jenen Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis zum Jahresende erreicht haben werden.

Dieser Tag fiel heuer österreichweit auf den 27. Juli. Anders als beim Equal Pay Day, wo seit seiner Einführung eine Aufwärtsentwicklung beobachtet werden konnte, gibt es bei den Pensionen keine Verbesserung zum Vorjahr. In den Bundesländern Tirol, Salzburg und Kärnten hat sich der Tag nach vorne statt nach hinten verschoben. Zwischen den Bundesländern gibt es ebenfalls deutliche Unterschiede. So liegt der Equal Pension Day in Vorarlberg (5. Juli) mehr als eineinhalb Monate vor jenem in Wien (25. August).

Abhängigkeitsspirale für die Frauen
Seit 1994 hat sich der Anteil der Frauen, die Teilzeit arbeiten, von 26 auf 48 Prozent erhöht. Im Jahr 2014 gingen bei den 25- bis 49-jährigen Frauen mit Kindern unter 15 Jahren 67,3 Prozent einer Teilzeitarbeit nach. Dies bringt nicht nur weniger Einkommen durch geringere Erwerbsarbeitsstunden, auch der Stundenlohn sinkt: Eine Teilzeitkraft erhält um 22 Prozent weniger Lohn pro Arbeitsstunde. Der Anteil von Männern an Teilzeit ist sehr niedrig.
Auch die Lohnschere hat Auswirkungen auf die Pension. Frauen verdienen in Vollzeit für die gleiche Tätigkeit über 22,1 Prozent weniger als Männer in derselben Position.
Schwer wiegt auch der segregierte Arbeitsmarkt, weil in einigen Branchen die Gehälter weit unter jenen der Männer liegen. Mit dem Wiedereinstieg nach der Karenz verringert sich ein zumeist niedrigeres Einkommen der Frau oftmals weiter durch Teilzeitbeschäftigung.
Das Ergebnis dieser Einflußfaktoren ist, dass eine Frau in Österrreich durchschnittlich 43 Prozent weniger Eigenpension als ein Mann erhält.

Mit einem Aktionsstand – aufgrund der Wettersituation im regengeschützten Eingangsbereich des Rathauses – informierten Barbara Seyrl von fairwurzelt, Stadträtin Mag.a Renate Gamsjäger und das Team vom Büro für Diversität zum Thema und verteilen Infomaterial, Fächer und Pfeiferln mit dem Aufdruck „FAIR PLAY! MEIN RECHT!“.

Wichtige Info-Stellen:
Pensionsberatung der Arbeiterkammer
http://www.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/pension/index.html

Informationen des Bundeskanzleramtes auf help.gv.at
http://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/27/Seite.270000.html

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