St. Pölten Konkret

Gicht - Was kann ich tun?

11.08.2017, von Prof. Dr. Klaus Bobacz,

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Im Bild (1/1): Prof. Dr. Klaus Bobacz ist Facharzt für Rheumatologie bei ärzte im zentrum (www.zentrum.at) (Foto: Ärzte im zentrum)

Die akute Gicht ist eine äußerst schmerzhafte entzündliche Gelenkerkrankung. Unbehandelt kann sie chronischen werden und im schlimmsten Fall zur Gelenkzerstörung führen.

Daher ist eine rasche Therapie im Anfall und eine ausreichend lange Therapie zur Anfallsvorbeugung nötig. Hier werden hauptsächlich „Schmerzmittel", Kortison, oder Colchizin eingesetzt. Um den Auslöser der Gicht (die überschüssige Harnsäure) zu behandeln, werden manchmal zusätzlich harnsäuresenkende Medikamente verordnet. All diese Medikamente sind verschreibungspflichtig und werden vom betreuenden Arzt rezeptiert.

Aber es gibt eine Menge Dinge, die man selbst tun kann, um zum Therapieerfolg beizutragen.

An Allgemeinmaßnahmen wird empfohlen:
Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Patienten, körperliches Training (mindestens 2-3x/Woche 20-30 Minuten), Rauchen einstellen, ausreichende Flussigkeitszufuhr, ausgewogene Ernährung

[justify]Eine ausgewogene „Gichtdiät“ hilft den Harnsäurespiegel niedrig zu halten und dadurch das Risiko für einen Gichtanfall zu verringern.[/justify]

[justify]Zu vermeiden gilt es: [/justify]
[justify]Innereien (Leber, Niere …), Fruchtzucker-enthaltende Limonaden; übermäßigen Alkoholkonsum (mehr als 2 Getränke/Tag bei Männern und mehr als 1 Getränk/ Tag bei Frauen); jeglichen Alkoholkonsum in Zeiträumen mit häufigen Gichtanfällen oder bei fortgeschrittener, schlecht kontrollierter Gicht.[/justify]

[justify]Portionsgrößen einschränken: [/justify]
[justify]„rotes“ Fleisch (Rind, Lamm, Schwein); Meeresfrüchte (v.a. Sardinen, Schalentiere, oder Muscheln); Fruchtsäfte wie Orangensaft; mit Haushaltszucker gesüßte Erfrischungsgetränke und Nachspeisen; Speisesalz (auch in Saucen und Bratensaft); Alkohol (insbesondere Bier und Spirituosen, aber auch Wein bei allen Gichtpatienten)[/justify]

[justify]Vermehrt genossen werden sollen: [/justify]
[justify]Milchprodukte (vorzugsweise fettarm), Gemüse, Fisch (1-2x pro Woche)[/justify]
In Ergänzung zu Diät und Medikamenten wird auch der regelmäßige Genuß von Kaffee empfohlen; zudem sollen Kirschen einen positiven Effekt auf die Harnsäurewerte haben.
Übernimmt man diese Empfehlungen, so werden die Kontrollen der Harnsäure schon bald Werte im Normalbereich zeigen und das Risiko eines Gichtanfalls rückt in weite Ferne.

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