St. Pölten Konkret

Leiden Sie an einer Winterdepression?

15.12.2014, von Martin Koutny

Gesundheitstipp Dr. Meri Knoll
Im Bild (1/1): Dr. Meri Knoll ist als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin eine von 27 Spezialisten bei "ärzte im zentrum". Nähere Infos unter www.zentrum.at. (Foto: zVg)

Die Winterdepression ist die häufigste saisonal abhängige Depression. Sie tritt während der Herbst- und Wintermonate auf und vergeht mit dem Frühling.

Die Symptome der Winterdepression unterscheiden sich von denen der „normalen“ Depression. So dominiert eine „atypische“ Symptomatik mit vermehrtem Schlafbedürfnis, gesteigertem Appetit nach bestimmter Nahrung (hauptsächlich Kohlenhydrate), Gewichtszunahme, erhöhter Reizbarkeit, Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen (v.a. erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Ablehnung) und Schweregefühl des Körpers.

Ursache ist die Verminderung von Intensität und Dauer des Tageslichtes während der Winterzeit und eine gestörte Bildung von Melatonin und Serotonin. Körperliche Erkrankungen können verstärkend wirken (Schilddrüsenunterfunktion, Eisenmangel,...). Es gibt Familien, in denen Winterdepression verstärkt vorkommt, sodass es eine erbliche Koponente zu geben scheint.
Um festzustellen, ob Sie an einer Winterdepression leiden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Dieser kann nach einem ausführlichen Gespräch über Ihre Beschwerden und nach Ausschluss anderer Ursachen die Diagnose stellen. Hauptkriterium ist, wenn Sie in den letzten zwei Jahren ausschließlich in der dunklen Jahreszeit Beschwerden hatten. Wenn die Symptome Sie in Ihrer Lebensführung deutlich beeinträchtigen, sollte über eine Therapie nachgedacht werden.
Therapie der ersten Wahl ist die Lichttherapie. Deren Wirksamkeit ist wissenschaftlich nachgewiesen Verwendet werden speziell angefertigte Lichttherapiegeräte, die reines weißes Licht ohne ultravioletten Anteil mit einer Lichtstärke von 2500 – 10 000 Lux ausstrahlen. Die Wirkung stellt sich bereits 3-4 Tage nach Beginn der Behandlung ein. Nach eingetretenem Therapieerfolg muss die Therapie während des ganzen Winters durchgeführt werden.
Sollte die Lichttherapie nicht den gewünschten Erfolg bringen oder der zeitliche Aufwand nicht bewältigbar sein, so ist der Einsatz eines Antidepressivums zu erwägen. Als sinnvolle Ergänzung, nicht nur für Menschen mit Winterdepression, ist die Bewegung im Freien bei natürlichem Tageslicht zu empfehlen.
Spätestens mit dem Einsetzen des Frühlings verschwinden die Symptome der Winterdepression und machen Platz für neue Energie und Wohlbefinden.

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