St. Pölten Konkret

Investitionsschub für das Seniorenwohnheim Stadtwald

24.06.2015, von Martin Koutny

seniorenwohnheim investitionsschub (3)
Im Bild (1/3): In den Um- und Ausbau des Seniorenwohnheims Stadtwald werden bis zu 6,5 Mio. Euro investiert. (Thomas Kainz)
seniorenwohnheim investitionsschub
Im Bild (2/3): Mag. Peter Biwald, Geschäftsführer KDZ–Managementberatungs- und WeiterbildungsGmbH, Dr. Judith Polat-Firtinger, Expertin für Qualitätsmanagement im Pflegebereich und Bürgermeister Mag. Matthias Stadler präsentieren die Pläne für den Aus- und Umbau sowie für die Neuorganisation für das Seniorenwohnheim Stadtwald. (Thomas Kainz)
seniorenwohnheim investitionsschub (2)
Im Bild (3/3): Neben den Aus- und Umbaumaßnahmen wird auch ein neues zukunftsorientiertes Pflegekonzept eingeführt. (Thomas Kainz)

Im Zuge der Strategischen Haushaltskonsolidierung hat die KDZ Managementberatungs- und WeiterbildungsGmbH für das Seniorenwohnheim Stadtwald Optimierungsvorschläge erarbeitet. In den Aus- und Umbau werden bis zu 6,5 Mio. Euro investiert. Im Gegenzug wird der jährliche Zuschussbedarf unter Aufrechterhaltung des hohen Pflegestandards reduziert. Noch vor der Sommerpause sollen im Gemeinderat die Weichen gestellt werden.

„Die demografische Entwicklung zeigt ganz deutlich: Wir brauchen in der Zukunft leistungsfähige und attraktive Seniorenwohnheime. Die Stadt St. Pölten ist in der Vergangenheit immer Vorreiter gewesen und hat schon früh eine Pflegestation und die erste Dementenstation Niederösterreichs im Seniorenwohnheim errichtet. Nun steht der nächste Modernisierungsschub für betreutes Wohnen mit Tages- oder Kurzzeitpflege an. Deshalb investieren wir in unser Seniorenwohnheim Stadtwald bis zu 6,5 Mio. Euro“, erklärt Bürgermeister Mag. Matthias Stadler.

Experten haben außerdem festgestellt, dass der bisherige Zuschussbedarf der Stadt St. Pölten zum laufenden Betrieb des Seniorenwohnheims Stadtwald in Höhe von rund 830.000 Euro pro Jahr, bei gleichzeitiger Weiterentwicklung des Betreuungsangebotes und der Pflegequalität, mittelfristig vollständig reduziert werden kann. Möglich soll dies durch die Investition in den Aus- und Umbau sowie durch ein abgestimmtes Bündel an einnahmenseitigen Maßnahmen und internen Optimierungen werden. Neben der Modernisierung des Hauses sind die Etablierung eines Case-Managements für die Pflegegeldeinstufungen, Verschlankung der Führungsstrukturen, Optimierungen bei Reinigung, Haustechnik, Verwaltung und beim Betrieb der Küche vorgesehen. Weitere Maßnahmen sind auch die Umsetzung eines neuen Pflegekonzeptes und der Ausbau der Funktion des Ehrenamtes.

„Seit den 1970er Jahren leistet das Seniorenwohnheim Stadtwald einen wichtigen Beitrag für die Sicherstellung einer flächendeckenden und am Bedarf der Bevölkerung orientierten Seniorenbetreuung in und um St. Pölten. Das Leistungsangebot hat sich über die Jahre hinweg stetig weiterentwickelt, sodass aktuell fast 200 Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen in den Bereichen betreutes Wohnen, Dementenbetreuung und Pflege umfassend betreut werden können. Um auch in Zukunft gut für das dynamische Wachstum im Pflegebereich gerüstet zu sein, weiterhin Betreuungsleistungen auf hohem Niveau erbringen zu können sowie die Voraussetzungen für eine kostendeckende Betriebsführung zu schaffen, haben wir mit dem des KDZ die Maßnahmen zur Weiterentwicklung von Organisation, Leistungen und Prozessen sowie an der Neukonzeption der Küche und des Wohnteiles im Seniorenwohnheim ausgearbeitet“, erläutert das St. Pöltner Stadtoberhaupt.

Das Maßnahmenpaket mit dem Investitionsschub für das Seniorenwohnheim, soll dem Gemeinderat in der Sitzung am 10. Juli 2015 vorgelegt werden.

Case-Management für Pflegegeldeinstufungen
„Im Pflegebereich entsprechen die aktuellen Pflegegeldeinstufungen der BewohnerInnen oft nicht dem realen Bedarf. Wie die Analysen zur BewohnerInnen- und Pflegestruktur zeigten, sind höhere Pflegegeldeinstufungen der BewohnerInnen erforderlich und auch im Vergleich zu anderen Pflegeheimen realisierbar“, stellt Mag. Peter Biwald vom KDZ fest. Deshalb wird ein Case-Management im Haus etabliert, durch das der Pflegebedarf der BewohnerInnen punktgenau bestimmt werden kann. Mit der damit verbundenen Umstellung der BewohnerInnendokumentation auf ein IT gestütztes Case-Managementsystem können Veränderungen im Pflegebedarf der BewohnerInnen somit rasch und nachvollziehbar dokumentiert werden. Mit dieser Maßnahme sind wichtige Mehreinnahmen für das Haus von bis zu 500.000 Euro pro Jahr verbunden.

Neues Pflegesystem
Die Expertin für Qualitätsmanagement im Pflegebereich Dr. Judith Polat-Firtinger erläutert: „Zur Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität wird auf Bezugspflege umgestellt.“
Dadurch wird für die BewohnerInnen eine noch bessere Strukturierung der Tagesabläufe ermöglicht und gleichzeitig Optimierungen im Personalbereich erreicht. Durch den Ausbau der Funktion des Ehrenamtes im Haus soll weiters die wichtige gesellschaftliche Brücke der BewohnerInnen mit engagierten BürgerInnen geschlagen werden und andererseits das Pflegepersonal von wichtigen nicht-pflegerischen Leistungen (Begleitung bei Spaziergängen und Ausflügen, Organisation von Veranstaltungen usw.) entlastet werden. Realisiert werden soll zudem eine Verschlankung der Führungsstrukturen, die sich vor allem in einem erweiterten Verantwortungsbereich der Führungskräfte als auch in neuen wichtigen Betätigungsfeldern (z.B. Case-ManagerInnen, Qualitäts- und Beschwerdemanagement) widerspiegelt. Durch diese Maßnahmenbündel sind im Pflegebereich jährlich Einsparungen von 160.000 bis zu 320.000 Euro möglich.

Neuorganisation der Abläufe
Auch für die Reinigung, Haustechnik und Verwaltung wurden konkrete Weiterentwicklungsvorschläge erarbeitet, die in Summe bis zu 200.000 Euro Kostenersparnis bringen sollen.
Die Küche leistet im Pflegeheim einen wichtigen Beitrag zum allgemeinen Wohlbefinden der BewohnerInnen. Wie die Analysen zeigten, ist es möglich und auch sinnvoll die Eigenproduktion beizubehalten, sofern auch weitere Bereiche der Stadtverwaltung durch die Küche des Pflegeheimes mitversorgt werden können. KDZ-Chef Mag. Peter Biwald ortet hier Potenziale vor allem in den Bereichen Kinderbetreuung, Horte und Essen auf Rädern: „Voraussetzung für die Beibehaltung der Verpflegungsqualität und eine wirtschaftliche Betriebsführung sind die Sanierung bzw. Ausbau der bestehende Küche im Zuge der Neukonzeption des Wohnteiles A.“

Neues Wohnkonzept
Bei der Erarbeitung der Optimierungsvorschläge für das Seniorenwohnheim Stadtwald wurde ein Sanierungsbedarf des Wohnteiles A in naher Zukunft festgestellt. „Die zu treffenden Maßnahmen bieten die Möglichkeit für eine Neukonzeption des Wohnteiles A für betreutes Wohnen“, meint Dr. Polat-Firtinger. Grundlage hierfür ist eine Umfeldanalyse zur derzeitigen Angebotsstruktur und dem zukünftigen Bedarf im Pflegebereich in der Region. Darauf aufbauend wurden vom KDZ drei Alternativen hinsichtlich deren Nutzen für die BewohnerInnen, dem erforderlichen Personal- und Raumbedarf sowie den damit verbunden wirtschaftlichen und qualitativen Gesichtspunkten bewertet:

  • Übergangs- und Kurzzeitpflege,
  • Betreutes Wohnen mit und ohne Tageszentrum sowie
  • Kombination aus Tageszentrum, Übergangs- und Kurzzeitpflege sowie betreutes Wohnen

Aus wirtschaftlicher Sicht empfehlen die Experten die Alternative 2. Sollte betreffend der Übergangsplätze auch eine „Zentren-Lösung“ mit dem Land gefunden werden, sind auch die Alternativen 1 und 3 für eine Umsetzung überlegenswert.

„Mit Investitionen von bis zu 6,5 Mio. Euro in das Seniorenwohnheim Stadtwald und dem vorliegenden Maßnahmenbündel wird eine den modernsten Standards der Versorgung unserer SeniroInnen für die Zukunft erreicht, die wirtschaftliche Betriebsführung gewährleistet und die Pflegequalität sowie die Pflegeangebote des Hauses zum Wohle der BewohnerInnen weiterentwickelt“, fasst Bürgermeister Mag. Matthias Stadler zusammen.

Die Umsetzung wird mittelfristig erfolgen und sich auf den Zeitraum Herbst 2015 bis Mitte/Ende 2018 erstrecken.


Copyright 2018 St. Pölten Konkret Online, Magistrat der Landeshauptstadt St. Pölten/Medienservice