St. Pölten Konkret

Anton-Kalcher-Preis der Lions für Elisabeth Stoiber

25.06.2015, von Martin Koutny

Kalcherpreis für Elisabeth Stoiber
Im Bild (1/1): Elisabeth Stoiber wurde am 23. Juni im Rathaus von Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und Dr. Rainer Englisch vom Lions-Club für ihr soziales Engagement der Anton-Kalcher Preis überreicht. (Wolfgang Mayer)

Am 23. Juni wurde im Rathaus zum 29. Mal der Anton-Kalcher-Preis des Lions Club St. Pölten vergeben. Elisabeth Stoiber, die einzige Krisenpflegemutter in St. Pölten, wurde in Anerkennung für ihre herausragenden Leistungen, Kindern in schwierigen Lebenssituationen ein sicheres Zuhause zu geben, ausgezeichnet.

„Elisabeth Stoiber ist seit vielen Jahren als einzige Krisenpflegemutter in St. Pölten tätig. Sie widmet sich dieser Aufgabe mit viel Kraft und Nächstenliebe 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche. Dabei gibt sie Kindern in Krisensituationen ein sicheres Zuhause und die nötige Geborgenheit. Durch ihr beindruckendes, soziales Engagement hat Elisabeth Stoiber den Lebensweg vieler Kinder und deren Familien zum Guten beeinflusst“, zollte Bürgermeister Mag. Matthias Stadler in seiner Laudatio der Kalcher-Preisträgerin 2015 hohen Respekt für ihr soziales Engagement.

Zur Person

Geboren wurde Elisabeth Stoiber am 30. August 1966 in Ochsenburg. Sie besuchte die Schule der Englischen Fräulein und absolvierte anschließend die Fachschule für soziale Frauenberufe. Sie ist Mutter von fünf Kindern und dreifache Großmutter. Elisabeth Stoiber entschied sich als Krisenpflegemutter tätig zu sein. 2005 nahm sie das erste Pflegekind in ihrer Familie auf. Seither lebten 16 Kinder bei Frau Stoiber. Einige davon nur ein paar Wochen, andere Monate. In dieser Zeit, lebten sie bei Familie Stoiber und wurden wie eigene Kinder behandelt. Als Krisenpflegemutter kümmerte sie sich auch um die Gesundheit der Pflegekinder, Kindergarten und Schule sowie Besuchskontakte mit den leiblichen Eltern. Bis auf ein einziges Kind, hat sie zu allen ihren Pflegekindern noch Kontakt. Einige besuchen sie regelmäßig und dürfen in den Ferien auch bei ihr übernachten. Auch Freundschaften mit einigen Pflegeeltern sind in dieser Zeit entstanden.

Bei Pflegeeltern
In St. Pölten stehen zurzeit 18 Pflegemütter und eine Pflegevater für insgesamt 24 Pflegekinder zur Verfügung. Leider gibt es familiäre Situationen, bei denen Eltern ihre Kinder nicht mehr ausreichend versorgen können, sodass sie – meist über Vermittlung der Jugendhilfe - bei Verwandten oder geeigneten Pflegefamilien untergebracht werden. Besonders bei Kleinkindern, insbesondere aber bis zu 36 Monaten ist diese Betreuungsform einer institutionellen Einrichtung vorzuziehen. Krisenpflegemütter bieten die spezielle Möglichkeit, ein Kind „im Krisenfall“ sofort übernehmen zu können.

Information zum Anton Kalcher-Preis:
Anton Kalcher (1800-1861) gründete in St. Pölten eine Erziehungsanstalt für arme schutzbedürftige Knaben, in der diese entweder vollständig verpflegt und erzogen oder während der schulfreien Zeit betreut wurden. Die Einrichtung etablierte sich rasch und wurde ständig ausgebaut. Nach dem Tod Anton Kalchers übernahm dessen Sohn Johann Kalcher mit Zustimmung der Gemeinde die Leitung der Anstalt. Später kam die Einrichtung unter die Verwaltung des städtischen Jugendamtes und war noch nach dem 2. Weltkrieg als Kinderannahmestelle in Verwendung.

Die Preisverleihung wurde durch eine unabhängige Jury, der namhafte Persönlichkeiten der Stadt St. Pölten angehören, einstimmig beschlossen.


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