St. Pölten Konkret

Offizielle Verkehrsfreigabe für Kerntangente Nord

01.12.2016, von Martin Koutny

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Im Bild (1/3): Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll schneiden das Band durch und geben damit die neue Traisenbrücke und die Kerntnangente Nord offiziell für den Verkehr frei. (Foto: Josef Vorlaufer)
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Im Bild (2/3): Stadtbaudirektor DI Kurt Rameis, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler, HABAU-Eigentümerin Mag. Georgine Heindl, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und NÖ Straßenbaudirektor DI Josef Decker. (Foto: Josef Vorlaufer)
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Im Bild (3/3): Das Herzstück der Kerntangente Nord, die neue Traisenbrücke, konnte um zwei Monate früher fertiggestellt werden als geplant. (Foto: Josef Vorlaufer)

Heute mittags übergaben Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Bürgermeister Mag. Matthias Stadler in St. Pölten eine neue Brücke über die Traisen und die Kerntangente Nord als Ringschluss rund um die Innenstadt der Bestimmung. Das zentrale Verkehrsprojekt in der niederösterreichischen Landeshauptstadt konnte früher als geplant fertiggestellt werden.

Mit einem Festakt mit Ansprachen, dem traditionellen Durchschneides des Bandes, einer ökumenischen Segnung des Bauwerkes, musikalischer Umrahmung und unter reger Beteiligung der Bevölkerung wurde die neue Traisenbrücke und das neu errichtete Teilstück der Kerntangente Nord offiziell für den Verkehr freigegeben.

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll sieht in diesem wichtigen innerstädtischen Verkehrsprojekt eine mehrfache Bedeutung: „Zum einen sorgt die Kerntangente Nord samt Traisenbrücke für eine spürbare Verkehrsentlastung auf den beiden anderen großen Brücken über die Traisen. Zum zweiten werden dadurch die Verkehrsströme in der Stadt besser kanalisiert und aufgeteilt. Und zum dritten bedeutet dieses Projekt auch eine bessere Anbindung samt kürzerer Einsatzwege für die Feuerwehr aus dem Stadtteil Wagram.“ Darüber hinaus, so Pröll, zeige das Projekt die „gute Zusammenarbeit zwischen Land und Stadt“, die eine wichtige Grundlage zur Umsetzung gewesen sei.

Bürgermeister Mag. Matthias Stadler hält fest: „Mit der Fertigstellung der Kerntangente Nord und der neuen Traisenbrücke ist ein Meilenstein erreicht, weil damit eines der zentralen Vorhaben im Generalverkehrskonzepte für St. Pölten verwirklicht werden konnte. Mit dieser Investition wird ein kräftiger Impuls für eine weiterhin gute Entwicklung unserer Landeshauptstadt gegeben. Die Kerntangente Nord schafft aber nicht neue Wege für die Autos und LKWs, sondern auch für FußgängerInnen, RadfahrerInnen und den öffentlichen Verkehr. Somit profitieren aller BürgerInnen und die Wirtschaft davon.“

Die ökumenische Segnung des Bauwerkes wurde von Diözesanbischof Dr.Dr. Klaus Küng und Superintendent Mag. Lars Müller-Marienburg vorgenommen.
Für die musikalische Umrahmung des Festaktes sorgten die „BigBoys“ der Musik- und Kunstschule St. Pölten sowie das Blechbläser-Quintett der Militärmusik NÖ.

Leistungsfähige Verkehrsverbindung
Die Kerntangente Nord mit einer neuen Traisenbrücke ist eines der großen Projekte des Generalverkehrskonzeptes der Stadt St. Pölten. Mit dem Ausbau einer leistungsfähigen Ost-West Straßenverbindung, nördlich der Altstadt, zwischen der B1 Wiener Straße im Osten und der Praterstraße L 100 im Westen soll eine Entlastung der Straßenzüge zum Regierungsviertel / Kulturbezirk und zur Altstadt St. Pöltens erreicht werden. Mit der Anfang November fertiggestellten neuen Straßenverbindung wird der äußere Ring um die St. Pöltner Innenstadt geschlossen. Dieser äußere Ring umschließt das Zentrum über den Schulring, den Schießstattring, Praterstraße, Daniel-Gran-Straße, Eybnerstraße und Rennbahnstraße und schafft mit einer neuen Traisenbrücke eine Verbindung nach Wagram. Dort mündet die Kerntangente in die B 1. Auf der neuen Kerntangente Nord wird mit einem Verkehrsaufkommen von rund 11.500 Fahrzeugentäglich gerechnet.

Schneller fertig, Kosten eingehalten
Aufgrund der umsichtigen Bauausführung durch die Firma HABAU war es möglich das Brückenbauwerk mit den angrenzenden Straßenstücken um zwei Monate früher als ursprünglich geplant fertigzustellen. Die Bauaufsicht wurde in sehr bewährter Weise durch das Land NÖ, Abteilung Brückenbau und Straßenbauabteilung 5 sowie der Fachabteilung Bau und dem technischen Büro im Magistrat der Stadt St. Pölten wahrgenommen. Damit ist es gelungen, die ursprünglich projektierten Gesamtbaukosten von 6 Millionen Euro für das Teilstück zwischen B1, Traisenbrücke und dem neuen Kreisverkehr in der Rennbahnstraße zu unterschreiten. Diese werden zu je 50 % von der Stadt St. Pölten und dem Land NÖ getragen. Aufgrund der Ersparnis war die Stadt St. Pölten in der Lage, zusätzlich die für 2017 vorgesehenen Ausbauarbeiten der Kerntangente Nord vorzuziehen und das komplette Straßenbauprojekt als Ringschluss um die Innenstadt bereits heuer fertigzustellen. Auch hier können die budgetierten Kosten von 2,6 Millionen Euro unterschritten werden. Durch das Vorziehen der für 2017 geplanten Bauarbeiten werden den BürgerInnen weitere Unannehmlichkeiten und Belastungen durch Baustellen in diesem Bereich im nächsten Jahr erspart.

Umfangreiches Bauprojekt
Das Bauprojekt beinhaltet den Neu- und Umbau der Willi Gruber Straße zwischen der B1 Wiener Straße und Eybnerstraße, die Errichtung eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Rennbahnstraße und Willi Gruber Straße, die Sanierung der Rennbahnstraße bis zur Klostergasse, die Sanierung der Eybnerstraße bis zur Klostergasse, den Umbau des Kreuzungsbereiches Willi Gruber Straße - Eybnerstraße sowie Eybnerstraße - Herzogenburger Straße. Das Herzstück ist jedoch der Neubau der Brücke über die Traisen. Weiters wurde auch der Umbau des Kreuzungsbereiches Daniel Gran Straße – Eybnerstraße vorgenommen. Derzeit laufen noch Sanierungsarbeiten der Rennbahnstraße zwischen der Hypogasse und der Klostergasse, die in Kürze abgeschlossen sein werden.

165 m lange Brücke
Bei der neuen Brücke handelt es sich um eine Sechsfeldbrücke mit einem Flusspfeiler und gestaffelten Feldweiten, mit Stützweiten zwischen 18 und 31 m, einer Gesamtlänge von 165 m (153 m Stützweite) und einer Breite von 14 m errichten. Im Süden ist ein Gehweg mit einer Breite von 2,5 m und einer Aussichtsplattform in Flussmitte errichtet. Im Norden wurde ein Geh- Radweg mit einer Breite von 4,0 m zur Ausführung gebracht. Im Bereich des westlichen Widerlagers der Brücke ist eine Lärmschutzwand errichtet worden, beginnend ca. 50 m vor der Brücke und endet ca. in Brückenmitte (Gesamtlänge rd. 125 m, Höhe 1,5 – 2,5 m). Die gesamte Projektlänge beträgt ca. 800 m..

Weitere Zahlen, Fakten, Daten der Traisenbrücke:

  • Gesamtlänge der Bohrpfähle: 415 lfm
  • Beton: 2.017 m³, davon Tragwerk : 1.230 m³
  • Baustahl: ca. 400 t
  • Abdichtungsfläche: 2.240,00 m²
  • Brückenfläche: 2.312,00 m²
  • Dammschüttung 4.300m3
  • Asphaltfläche gesamt rund 20.000m2 (2.900m2 Deckschicht B1, 10.100m2 Fahrbahn neu, 7.100m2 Gehsteige neu)
  • Leistensteine 2.600 m
  • Betondecke neuer Kreisverkehr 1.300m2

120 neue Bäume
Im Zuge der Errichtung der neuen Traisenbrücke und der Kerntangente Nord wurden entlang der neue Straßen insgesamt 120 neue Bäume gepflanzt. Das bedeutet eine deutliche Aufstockung des Grüns in der Innenstadt und sichert ein angenehmes Stadtklima, bietet Schutz vor Staub und Lärm und sorgt für die Kühlung der Luft in der Zukunft. Gepflanzt wurden Bäume, die eine Einschränkung des Wurzelraumes gut vertragen und dadurch nicht kümmern bzw. eine höhere Resistenz gegen die Salzstreuung entlang der Straßen im Winter aufweisen.

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