St. Pölten Konkret

Erfolgreich unterwegs mit Smart Pölten

21.07.2017, von Heinz Steinbrecher

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Im Bild (1/1): DI Theresia Vogel, Geschäftsführerin Klima- und Energiefonds (Foto: Christoph Rauchberger)

St. Pöltens BürgerInnen sind ExpertInnen für Lebensqualität & Grünraumgestaltung. Diese Expertise wurde ab Jänner 2017 erfolgreich in ein innovatives Bürgerbeteiligungsprojekt eingebracht.

St. Pölten hat geforscht und die BürgerInnen von St. Pölten haben die Erkenntnisse auf den Punkt gebracht. Die Initiatoren dieses Forschungsprojekts, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und Prof. Dr. Andreas Kumpf, wollten herausfinden, mit welchen Grün- und Freiraumgestaltungsmaßnahmen sich nicht nur die Lebensqualität weiter erhöhen lässt, sondern auch wesentliche Beiträge zur CO2-Reduktion und Energieeffizienz erzielbar sind.
Im Rahmen einer Pressekonferenz haben sie ihre Ideen gemeinsam mit der Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds, DI Theresia Vogel, der Öffentlichkeit präsentiert.

Wohlfühlvisionäre schauen voraus
Das vom Klima- und Energiefonds in Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) geförderte Smart-City-Sondierungsprojekt verknüpft den populären Smart City-Ansatz mit den aktuellen Erkenntnissen aus der Lebensqualitätsforschung. Positive Effekte von smarten Technologien zeigen sich erst dann, wenn zu allererst soziale Innovationen entstehen – genau das ist der Schwachpunkt vieler innovativer Projekte und stellt gleichzeitig eine Herausforderung an die Methodik von breit angelegten Projekten dar.
Im Jänner 2017 startete ein breiter Beteiligungsprozess mit mehr als 100 Bürgerinnen und Bürgern. In vier intensiven Visions- und Arbeitssitzungen wurden viele Ideen geboren, die sowohl visionär als auch praktisch umsetzbar sind. Die Projektideen reichen von einer innovativen Weiterentwicklung des mittlerweile populären „Urban Gardening Ansatzes“ über das Thema „Essbare Stadt“ bis hin zur Gründung eine Kinder-Klima-Universität. Es entstand ein Gesamtkonzept, in dessen Zentrum die Fortführung der konsequenten Bürgerbeteiligung steht.

Aus St. Pölten wurde Smart Pölten
Mehrere nationale wie internationale ExpertInnen wie Landschaftsarchitekten, Biologen, Philosophen, Ernährungswissenschaftler, Gesundheitsökonomen und Psychologen haben den Prozess begleitet. Muss eine Smart City immer mit Datensammlung und Digitalisierung zu tun haben? „Absolut nicht“, meint Prof. Dr. Andreas Kumpf, Psychologe und wissenschaftlicher Leiter des Projekts. „Die echten Innovationen entstehen stets auf der Basis von sozialen Innovationen. Wenn es um Fragen der Lebensqualität geht, kommt zuallererst der Mensch, dann kann ggf. die Technik folgen. Wir müssen wieder lernen, die Technikhörigkeit kritisch zu hinterfragen.“

Baustelle Zukunft
Bürgermeister Matthias Stadler ist stolz auf die Projektergebnisse: „Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Verwaltung, Vereinen und Politik sind innovative Ideen erarbeitet worden, die den Wohlfühlfaktor steigern und Brücken zwischen den Generationen gebaut haben.“
Warum das Projekt perfekt nach St. Pölten passt: „Smart Pölten fügt sich harmonisch in das St. Pöltener Landschaftsentwicklungskonzept und den Masterplan zur Fittest City of Austria ein. Ich finde es großartig wie viele Bürgerinnen und Bürger sich in dieses Projekt eingebracht haben. Das zeigt mir, dass sie sich für die Entwicklung ihrer Stadt nicht nur interessieren sondern sich auch aktiv einbringen werden.“

Für den Klima- und Energiefonds ist das St. Pöltner Smart City-Einstiegsprojekt deshalb besonders spannend, weil die Einbindung der BürgerInnen im Mittelpunkt steht und sie über unterschiedlichste Kommunikationskanäle adressiert werden. Klima- und Energiefonds Geschäftsführerin DI Theresia Vogel: „Um die Lebensqualität künftiger Generationen zu optimieren, spielt der intelligente Einsatz des technischen Fortschritts im Lebensalltag der städtischen BewohnerInnen eine tragende Rolle. Damit die Stadt auch in Zukunft leistbar, lebenswert und umweltfreundlich ist, braucht es die aktive Gestaltung durch die BürgerInnen. St. Pölten wird aufzeigen, wie es funktionieren kann.“
Am 20. Juli fand die Abschlusskonferenz statt.

Das ist geplant:
Für die Projektfortsetzung als ein Demoprojekt wird im Rahmen der Smart-Cities-Initiative des Klima- und Energiefonds um eine weitere Förderung angesucht. Es sollen vier konkrete Teilprojekte für alle Bürgerinnen und Bürger St. Pöltens sichtbar und erlebbar werden.

Langfristiges Ziel: „Ein Leuchtturmprojekt zu schaffen“, so Projektleiter Prof. Dr. Andreas Kumpf, „in dem gezeigt wird, dass eine auf Partizipation beruhende Grün- und Freiflächengestaltung positive Effekte auf das Klima, die Gesundheit und die Lebensqualität hat.“

Hintergrund: Die Smart-Cities-Initiative des Klima- und Energiefonds
Intelligente Städte sind nicht nur Innovationsräume für die Energiewende – sie sind in erster Linie unser Lebensraum. Wie und wo leben und arbeiten wir in Zukunft? Was brauchen wir – und was nicht mehr? Um die Transformation unseres Energie- und Mobilitätssystems gezielt und konsequent voranzutreiben, hat der Klima- und Energiefonds in Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) bereits 2010 seine Smart-Cities-Initiative ins Leben gerufen. Ziel ist die Umsetzung einer Smart City oder Smart Urban Region, in der technische und soziale Innovationen intelligent eingesetzt und kombiniert werden, um die Lebensqualität künftiger Generationen zu optimieren. Bisher wurden 39 Städte und Regionen bzw. 90 Einzelprojekte gefördert. Österreichweit leben mehr als 4 Millionen Menschen in Smart Cities.

Das Projekt „Smart & GreenLivingLab St.Pölten“ wurde mit rund 84.900 Euro durch den Klima- und Energiefonds, dotiert aus den Mitteln des bmvit, im Rahmen seiner Smart-Cities-Initiative gefördert.

Infos:
www.smartcities.at
facebook.com/smartpoelten
www.klimafonds.gv.at

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