St. Pölten Konkret

Windpark eröffnet: Wir sind Ökostrom-Selbstversorger

05.06.2015, von Thomas Kainz

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Im Bild (1/3): Mit den neuen Windkraftanlagen in St. Pölten ist die Landeshauptstadt nun Ökostrom-Selbstversorger. (Thomas Kainz)
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Im Bild (2/3): Bürgermeister Mag. Matthias Stadler eröffnete gemeinsam mit Vertretern der Betreiberfirmen den Windpark Pottenbrunn 4. (Thomas Kainz)
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Im Bild (3/3): Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft feierten gemeinsam das 1.000 Megawatt aus Windkraft in Niederösterreich. (Thomas Kainz)

Mit dem neuen Windpark in Pottenbrunn werden nun 100 Prozent des Haushaltsstrombedarfs in St. Pölten aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt.

Heute wurde der neue Windpark in St. Pölten-Pottenbrunn mit einem großen Fest und zahlreichen Besuchern und Ehrengästen, neben Bürgermeister Mag. Matthias Stadler auch Landesrat Dr. Stephan Pernkopf und E-Control-Vorstand DI (FH) Mag. (FH) Martin Graf, eröffnet.
Die vier neuen Windräder - ein Gemeinschaftsprojekt der St. Pöltner Firmen Benevento und ImWind - liefern ab sofort Strom für rund 9.000 Haushalte. Das entspricht knapp der Hälfte aller Haushalte von St. Pölten. Gemeinsam mit den schon bestehenden Wind- und Wasserkraftwerken und Photovoltaik-Anlagen der Landeshauptstadt produziert St.Pölten damit mehr als 100 % seines Haushaltsstrombedarfs selbst. Damit ist St.Pölten Ökostrom-Selbstversorger.

In der 1.000 Megawatt-Liga
Gleichzeitig wurde mit der Inbetriebnahme des Windparks in Pottenbrunn die Grenze von 1.000 Megawatt (MW) installierter Windkraftleistung in Niederösterreich überschritten. Niederösterreich ist mit aktuell 540 Windrädern das führende Bundesland bei der Windkraftnutzung in Österreich. Mehr als die Hälfte aller Anlagen Österreichs stehen in Niederösterreich. Nur wenige Regionen in Europa sind bisher in die 1.000 MW-Liga aufgestiegen.

St. Pölten ist Ökostrom-Selbstversorger
Bürgermeister Mag. Matthias Stadler: „Wir haben schon 2009 ein Energieleitbild erstellt, in dem der Ausbau erneuerbarer Energien einer der wesentlichen Pfeiler ist. Schon bisher haben wir etwa die Hälfte des Haushaltsstromverbrauchs aus Wasser, Wind und Sonne selbst erzeugt. Mit den vier neuen Windrädern verdoppeln wir die bisherige Ökostromerzeugung und sind daher bei den Haushalten Ökostrom-Selbstversorger. Als Bürgermeister der Landeshauptstadt freut es mich besonders, dass St. Pölten mit unserem neuen Windpark 100 % Ökostrom und Niederösterreich sein tausendstes Megawatt Windkraft bekommt. Beides sind äußerst herzeigbare Meilensteine auf unserem Weg einer nachhaltigen und unabhängigen Energieversorgung.“
Mag. Thomas Huemer, Geschäftsführender Gesellschafter der ImWind Gruppe: „Unser Unternehmen hat 1998 mit der Errichtung unserer ersten Windräder hier in Pottenbrunn begonnen. Mittlerweile sind wir einer der größten Windkraftbetreiber Österreichs. Unser Stammsitz ist aber immer in Pottenbrunn geblieben. Es ist schön und motivierend, dass wir mit dem tausendsten Megawatt Niederösterreichs wieder in unsere Heimat zurückgekommen sind und die vier neuen Windräder auch von unserem Büro aus sehen können.“
Mag. Stefan Hantsch, Projektverantwortlicher und Geschäftsführer der Benevento GmbH: „1994 wurde in St.Pölten das zweite Windrad Niederösterreichs aufgebaut. Es konnte 60 Haushalte versorgen und hat mich dazu gebracht, in die Windbranche einzusteigen. Jetzt haben wir 1.000 MW in Niederösterreich und dürfen mit unseren vier Windrädern halb St.Pölten versorgen. Großartig, was sich in den letzten Jahren getan hat!“

Hintergrund:
Windpark Pottenbrunn IV: Verwendet wurden vier Windkraftanlagen des norddeutschen Windradbauers Senvion. Jede Anlage hat eine Leistung von 3.200 Kilowatt (kW) und produziert ca. acht Millionen Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Der Drehpunkt des Rotors, die sogenannte Nabenhöhe, liegt bei 143m. Der Rotor hat 114m Durchmesser und eine „Erntefläche“ von gut einem Hektar. Ab ca. 10km/h Windgeschwindigkeit fängt das Windrad zu produzieren an. Ab 40km/h erreicht es seine volle Leistung.


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