St. Pölten Konkret

Partizipationsprozess Dom- und Marktviertel läuft auf Hochtouren

18.06.2015, von Martin Koutny

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Im Bild (1/3): Im Masterplan "St. Pölten 2020" ist die Entwicklung des Dom- und Marktviertels als Schlüsselprojekt festgeschrieben. (Martin Koutny)
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Im Bild (2/3): Der Obmann der Plattform St. Pölten 2020, Dr. Josef Wildburger und Bürgermeister Mag. Matthias Stadler informierten heute im Rathaus die Medien über den Partizipationsprozess zur Neugestaltung des Domplatzes. (Martin Koutny)
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Im Bild (3/3): Eine Entscheidungsfindung auf sachlicher und fachlich fundierte Ebene ist das Ziel des Beteilungsverfahrens. (Martin Koutny)

Ein Schlüsselprojekt im Masterplan „St. Pölten 2020“ ist die Entwicklung des Dom- und Marktviertels mit der der Neugestaltung des Domplatzes. Aufgrund der zentralen und herausragenden Bedeutung dieses Projektes für die Landeshauptstadt wird nun der Partizipationsprozess vertieft und vorangetrieben.

Die Neugestaltung des Domplatzes als Zentrum dieses Viertels wird vielfach in der Öffentlichkeit und in den Medien diskutiert. Um in diese Diskussion eine klare Struktur zu bringen, schließlich zu einer fachlich fundierten Meinungsbildung zu kommen und Entscheidungen, die auch von einer deutlichen Mehrheit der Betroffenen getragen wird, treffen zu können, wird der Partizipationsprozess für die Entwicklung des Dom- und Marktviertels intensiviert.

„Menschen, deren Leben durch die Entscheidungen zur Gestaltung des Domplatzes unmittelbar berührt und verändert wird, müssen an dem Prozess, der zu diesen Entscheidungen führt, beteiligt sein und gehört werden“, ist Bürgermeister Mag. Matthias Stadler überzeugt. Er hat die Plattform „St. Pölten 2020“ mit der Organisation und der Durchführung dieses Beteiligungsprozesses betraut.

Die Voraussetzungen
Im Jahr 2010 wurde ein Planerfindungsverfahren durchgeführt und das Wiener Architekturbüro Jabournegg & Palffy einstimmig ausgewählt. Die archäologischen Ausgrabungen sind die Voraussetzung für das Projekt. Sie sind gesetzlich zwingend vorgeschrieben, weil der Domplatz als Bodendenkmal von internationalem Rang eingestuft ist. Deshalb dürfen auch Mauerreste nicht entfernt werden. Die Archäologie liefert somit neben den historischen Erkenntnissen auch die bautechnischen Datengrundlagen. Das tatsächliche Platzbauprojekt wird mit einer Bauzeit von zwei Jahren voraussichtlich 2017/18 durchgeführt.

Bis Jahresende zu einem Ergebnis kommen
Der Partizipationsprozess soll bis Jahresende als Fortschreibung und Detaillierung des Masterplans Innenstadt strukturiert geführt werden. Das Ergebnis soll ein zwischen Wirtschaft und Stadt abgestimmtes Detailkonzept für die Entwicklung des Dom- und Marktviertels, mit dem Domplatz als Mittelpunkt, sein. Einbezogen werden alle betroffenen Bereiche. Die Konzeptentwicklung wird sich daher in vier Themenkreise gliedern, deren wesentliche Protagonisten zu Klausurgesprächen eingeladen werden, um Vorstellungen und funktionale Notwendigkeiten absprechen zu können und allfällig in diese Konzeptionierung einfließen zu lassen. Dies erfolgt auf Basis einer bereits weit gediehenen Planung des im Planerfindungsverfahren einstimmig ausgewählten Architekturbüros, welches zwingende Rahmenbedingungen bereits berücksichtigt hat.

Was erreicht werden soll
Die Intention ist es, Nachbarn & Anrainer, Marktbetreiber, Einzelhändler & Gastronomen in den Prozess der Entscheidungsfindung auf sachlicher und fachlich fundierter Ebene aktiv einzubeziehen. Gemäß dem Visionsprozess und dem Masterplan „St. Pölten 2020“ soll auch eine (Weiter-)Entwicklung der Märkte, insbesondere des „Marktes am Dom“ erreicht werden. Zudem wird eine Etablierung des Domplatzes als Mittelpunkt der St. Pöltner Kulturachse „Klangturm – Domturm – Rathausturm“ angestrebt. Der größte Platz der Stadt wird zum Treffpunkt, zum Marktplatz, zur Feierstätte, zum Wohn- und Esszimmer der St. PöltnerInnen und muss daher entsprechend exzellent und gediegen gestaltet werden. Das derzeitige Flair des Hinterhofs wird es nicht mehr geben. Es ist die optimale Gestaltung für die nächsten 100 Jahre zu finden und nicht die Lösung für allfällige aktuelle Tagesbefindlichkeiten. Um die Diskussion aus dieser Tagespolitik auf die für sehr langfristig wirkende Zukunftsentscheidungen notwendige Sachebene zu bringen, wird die Partizipation VOR die Medienoffensive gestellt. Ziel ist das gemeinsame Gestalten des neuen Domplatzes unter verantwortlicher Einbeziehung der hauptsächlich Betroffenen.

Themen, Vorgangsweise & Zeitplan
„Es ist uns bewusst, dass wir seitens der Plattform „St. Pölten 2020“ hier eine heikle Aufgabe übernommen haben“, erklärt Obmann Dr. Josef Wildburger und ergänzt: „Es macht aber absolut Sinn, wenn wir diesen Beteiligungsprozess durchführen, weil sehr viele unserer Mitglieder auch direkt betroffen sind.“

Insgesamt werden vier Klausuren durchgeführt:

  • Klausur Immobilienwirtschaft
  • Klausur & Studie (Weiter)Entwicklung der Märkte, insbesondere des „Marktes am Dom“ mit Fact-Finding-Mission zu den besten Märkten in Oberösterreich und Salzburg
  • Klausur & Entwicklung Kulturachse
  • Klausur Handel & Gastronomie

Eine Klausur, und zwar jene für die Immobilienwirtschaft, hat bereits am 28. Mai 2015 stattgefunden. Das Fazit Wildburgers aus der ersten Gesprächsrunde: „Es herrscht eine positive, konstruktive Stimmung und die erste Detailabklärung war sehr erfolgreich. Es wurden gute neue Aspekte miteingebracht, die in der weiteren Planung Berücksichtigung finden werden.“
Die Ergebnisse aus allen Klausuren und die Präsentation des fertigen Konzepts für die Neugestaltung des Domplatzes als Zentrum des Dom- und Marktviertels und als Mittelpunkt der Kulturachse St. Pöltens soll noch vor Ende diesen Jahres erfolgen.

Die Zukunft des Lebensmittelmarktes
Der Markt am Dom soll das Kernstück des neuen Domplatzes sein. Generell ist zu erkennen, dass es in der Marktqualität Österreichs noch ein West-Ost-Gefälle gibt. Aus diesem Grund gilt es, sich Märkte in Salzburg und Oberösterreich anzusehen und von diesen zu lernen. Eine Ausweitung des Marktes ist auch von den Wirtschaftstreibenden erwünscht, dies sowohl in der Angebotspalette als auch in der Ausweitung der Marktdauer. „Simply the best: Unser Anspruch muss sein, der qualitativ hochwertigste Regionalmarkt im Osten Österreichs zu werden“, so Wildburger, „die wohlschmeckendsten Lebensmittel, die schönsten Blumen, die besten saisonalen Spezialitäten werden hier feilgeboten und Vieles davon gleich verkostet.“


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