St. Pölten Konkret

St. Pölten bekommt Österreichs erste Projektions-Beleuchtungsanlage

13.10.2015, von Martin Koutny

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Im Bild (1/3): Der Domturm wird künftig mit der ersten Projektions-Beleuchtungsanlage Österreichs angestrahlt. (Foto: Josef Vorlaufer)
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Im Bild (2/3): Der Dom mit der herkömmlichen Beleuchtung und wie er mit der neuen Projektionsbleuchtung aussehen wird. (Foto: opticalight, Zürich)
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Im Bild (3/3): Siteco-Chef Clemens Teudloff, Florian Steiger von der optiacalight GmbH in Zürich, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und der Leiter der städtischen Straßenbeleuchtung Ing. Jörg Günthör präsentieren das neue Beleuchtungssystem für den Domturm. (Foto: Josef Vorlaufer)

Der Turm des St. Pöltner Doms ist eines der Wahrzeichen der Landeshauptstadt. Für seine optimale Beleuchtung soll am Dach des Palais Wellenstein die erste Projektions- Beleuchtungsanlage Österreichs installiert werden.

Projektions- Beleuchtungsanlagen gibt es seit kurzem beispielsweise in Berlin, Den Haag, Helsinki sowie allen größeren Städten der Schweiz und demnächst auch in der niederösterreichischen Landeshauptstadt. Innerhalb der nächsten halben Jahres soll das neuartige Beleuchtungssystem installiert werden und in den Nachtstunden den Domturm in beeindruckender Weise erhellen. Die Kosten für die neue Projektionsbeleuchtung betragen rund 45.000 Euro.

Effektvolle Illumination des Domturms
„Die Straßenbeleuchtung der Stadt St. Pölten ist auch für die Beleuchtung des Domturmes zuständig und hat sich in den letzten Monaten nach einer neuen Anstrahlungsmöglichkeit umgesehen. Die Anforderungen sind klar: Es soll ein bestmöglicher Effekt erzielt werden, die neue Anlage soll zu keinen unnötigen Lichtemissionen führen, energiesparend sein und einen geringen Betriebs- bzw. Wartungsaufwand haben. Unsere Experten sind bei der Firma Siteco in Wien fündig geworden. Diese vertreten den Zürcher Technologieanbieter opticalight. Das innovative System hat uns überzeugt und deshalb werden wir als erste Stadt in Österreich diese Projektions-Beleuchtungsanlage für den Domturm installieren. Die Anstrahlung des höchsten Gebäudes der Stadt ist ein wichtiger Mosaikstein bei der Neugestaltung des Domplatzes“, erklärt Bürgermeister Mag. Matthias Stadler.

„Die bestehende Beleuchtung des Domturmes ist in die Jahre gekommen und muss erneuert werden. Sie ist am Dach des Palais Wellenstein installiert, wird über die Straßenbeleuchtung mit Strom versorgt und weist einen beträchtlichen Energieverbrauch sowie einen hohen Lichtverschmutzungsgrad auf. Im Zuge der Sanierung des Palais Wellenstein, sollen die großen Scheinwerfer am Dach des Gebäudes entfernt werden und durch eine neue, sparsame und innovative Beleuchtungsanlage ersetzt werden. Die neuen Projektionsleuchten sind wesentlich kleiner und daher nicht mehr so auffällig. Zudem benötigen sie nur 30% des Energieverbrauches der bisherigen Anlage“, berichtet der Leiter der städtischen Straßenbeleuchtung Ing. Jörg Günthör.
Das Dach des Palais Wellenstein ist die optimale Position für eine effektvolle Illumination des Domturmes.
„Ich bedanke mit ausdrücklich bei den Hauseigentümern des Palais Wellenstein für das Entgegenkommen, die neue Projektions-Beleuchtungsanlage für den Domturm wieder montieren zu können“, sagt das Stadtoberhaupt.

Wie funktioniert Projektionsbeleuchtung?
Die Projektionsbeleuchtung ermöglicht die erwünschte Wirkung ohne die beleuchtungstechnischen Nachteile konventioneller Scheinwerfer. Aus großer Entfernung wird mit einem leistungsstarken Scheinwerfer das Objekt ausgeleuchtet. Ein abbildendes, optisches System ermöglicht die Projektion eines Bildes, das als Lichtmaske dient. Das berechnete Bild ist in Bereichen „weiss“ wo Flächen zu beleuchten sind und da „schwarz“ wo kein Licht erwünscht ist. Das können Fenster sein aber auch das Nachbargebäude soll zur Kontrastbildung möglichst kein Licht erreichen. Mit Graustufen kann die Helligkeit kontrolliert und wo gefordert angepasst werden. Auf diese Weise kann innerhalb von 10cm das Licht am beleuchteten Objekt an und aus gemacht werden.

Wozu wurde die Technologie entwickelt?
Seit Anfang 2000 wurden in der Schweiz zahlreiche Licht-Masterpläne erarbeitet und als behördenvebindliche Verordnungen festgelegt. Die Stadtbildwirkung bei Nacht sollte nicht nur privater Initiative überlassen werden. Innerstädtische Architektur - Beleuchtungsanlagen sind heute ohne kontrollierte Lichtverteilung nicht mehr realisierbar. Blendung, als Lichtverschmutzung bezeichnete Lichtemissionen in den Nachthimmel aber auch Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit sind zu vermeiden. Dem widersprechend werden dezente Wirkungen bei möglichst geringer Helligkeit angestrebt. Diese Wirkungen konnten bisher nur mit breit strahlenden Scheinwerfern aus großer Distanz realisiert werden. Viel Streulicht war die Folge.
Zudem müssen Energiebedarf, Erstellung, Wartung und Unterhalt, aber auch Akzeptanz bei der Bevölkerung in einem günstigen Verhältnis stehen. Dabei soll Lichtverschmutzung möglichst vermieden werden. Ansprüche die nur mit Projektionsbeleuchtung erfüllt werden können.
Projektionsbeleuchtung wurde deshalb von 2005 bis 2007 im Rahmen eines schweizerischen Bundesforschungsprojektes in Zusammenarbeit mit den Städten Zürich, Basel und Luzern mit einem Budget von etwas über 1 Mio. Euro zur Anwendungsreife entwickelt.
Seit 2008 wird die Technologie von der opticalight gmbh angeboten. Seit 2010 besteht eine weltweite Vertriebspartnerschaft mit Siteco.

Weitere Bilder auf www.opticalight.ch

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