St. Pölten Konkret

Gemeinsam graben

24.08.2017, von Andrea Jäger

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Im Bild (1/4): Linzer Straße: Künette für die neue Wasserleitung, Bautrupp der Fa. Switelsky; im Vordergrund der von der Stadtarchäologie freigelegte Zinnsarg (Foto: Stadtmuseum St. Pölten)
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Im Bild (2/4): Linzer Straße: Gruftanlage (Foto: Stadtmuseum St. Pölten)
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Im Bild (3/4): Linzer Straße: Bestattung des Barbarafriedhofs und die neue Wasserleitung (Foto: Stadtmuseum St. Pölten)
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Im Bild (4/4): Linzer Straße: Gut erhaltener Zinnsarg (Foto: Stadtmuseum St. Pölten)

Stadtarchäologie und Baufirmen arbeiten in St. Pölten gut zusammen.

Eine besondere Herausforderung bringt die Sanierung der Trinkwasserleitungen mit sich, wo immer wieder erstaunlich gut erhaltene Objekte, wie aktuell in der Linzer Straße, gefunden werden.

Die Trinkwasserversorgung der Landeshauptstadt St. Pölten saniert 2017 zirka 3,2 Kilometer Wasserleitung, das Investitionsvolumen beträgt etwa 1,7 Millionen Euro (exkl. USt.). Der anspruchsvollste Teil ist zweifelsohne die Kremser Gasse in der Fußgängerzone. Aber auch andere Straßenzüge wie die Propst-Führer-Straße (neuer Vorplatz Universitätsklinikum St. Pölten), die Josefstraße (direkt vor dem Gymnasium) und die Linzer Straße (Bundesstraße B 1, Polizeidirektion–Stockingerbrücke) sind äußerst anspruchsvoll und warten jeder für sich mit ganz speziellen Herausforderungen auf die Planung und die ausführenden Baufirmen.
Besonders fordernd ist das Teilstück auf der B 1, in dem neben der hohen Verkehrsfrequenz auch ein alter Friedhof innerhalb der Leitungstrasse zu meistern ist. Tatkräftige Unterstützung kommt in gewohnter Weise von der Stadtarchäologie.

Linzer Straße birgt Überreste des Barbarafriedhofes
Die geplante Trasse liegt im Bereich des ehemaligen Barbarafriedhofes und kreuzt möglicherweise auch das am Gelände des Möbelhauses Lutz festgestellte römerzeitliche Gräberfeld. Bereits im ersten Abschnitt der einen Meter breiten und zwischen 1,8 und 2 Meter tiefen Künette wurden eine Gruftanlage und sechs Gräber sowie die Einfriedungsmauer des neuzeitlichen Friedhofes dokumentiert. Von den Holzsärgen waren noch die Griffe und Beschläge aus Metall erhalten geblieben. Einer der dokumentierten Särge war aus Zinn mit Füßen in Gestalt von Löwentatzen.
Der Barbarafriedhof geht auf ein mittelalterliches Seuchenspital mit eigenem Bestattungsareal zurück. Nach Auflassen des großen Friedhofes am Domplatz 1779 war hier der städtische Hauptfriedhof bis Ende des 19. Jahrhunderts situiert, bevor er zum heutigen Standort an der Goldegger Straße verlegt wurde.


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