St. Pölten Konkret

Ein neuer Anzug für den Herrenplatz

18.08.2014, von Martin Koutny

herrenplatz neugestaltung
Im Bild (1/2): Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und DI Kurt Rameis haben den passenden Anzug für den Herrenplatz ausgewählt. (Foto: Josef Vorlaufer)
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Im Bild (2/2): Der Plan für die Pflasterung: Das grundlegende Gestaltungskonzept, das aus einem zentralen Quadrat - mit der Mariensäule in der Mitte sowie den Bäumen an den Ecken - und einer einheitlichen Rahmung rundherum besteht, wird beibehalten. (Foto: Josef Vorlaufer)

In den letzten Monaten wurde eifrig getüftelt, welches Outfit der Herrenplatz bekommen soll. Die Pläne sind fertiggestellt, die Materialien ausgewählt und die Umsetzung soll im nächsten Jahr erfolgen.

Der Leiter des Fachbereichs Bau im Magistrat DI Kurt Rameis vergleicht die Neugestaltung des Herrenplatzes mit dem Kauf einen Anzugs: Diesen soll man sich auch in vielen Jahren jeden Tag noch gerne ansehen wollen. Deshalb setzt man auf eine gediegene und besonders haltbare Pflasterung aus Granit, wobei die Nutzung des Platzes für Schanigärten und als Kreuzungspunkt für Fußgänger berücksichtigt wird. Noch diesen Spätherbst bzw. Winter werden die Einbauten erneuert. Auch die Mariensäule wird im nächsten Jahr renoviert.

„Mit der Neugestaltung des Herrenplatzes wird die hohe Aufenthaltsqualität in der Innenstadt weiter gesteigert. Die Arbeiten werden zügig und unter Rücksichtnahme auf die Schanigartensaison durchgeführt“, erläutert Bürgermeister Mag. Matthias Stadler.

So wird der neue Herrenplatz
Das grundlegende Gestaltungskonzept, das aus einem zentralen Quadrat - mit der Mariensäule in der Mitte sowie den Bäumen an den Ecken - und einer einheitlichen Rahmung rundherum besteht, wird beibehalten. Diese Gestaltung entspricht der aktuellen Nutzung des Platzes als Schanigartenzone und Kreuzungspunkt des Fußgängerverkehrs optimal. Die neue Pflasterung soll allerdings aus Granit und nicht mehr aus Betonplatten bestehen. Das soll einerseits zu einem gediegenen Aussehen, andererseits aber auch zu einer maximalen Haltbarkeit führen. Weiters soll die nicht originale, unterste Stufe des Sockels der Mariensäule ersatzlos abgetragen werden, womit sich die Schanigartenfläche etwas vergrößert.

Mariensäule wird renoviert
Das zentrale Gestaltungselement am Herrenplatz, die Mariensäule aus dem Jahr 1718, wird im kommenden Jahr restauriert. In erster Linie geht es um eine Reinigung der Säule und um eine Neugestaltung des Sockelbereiches. Der Sockel aus Kunststeinplatten soll entfernt werden, ebenso wie die Bepflanzung im Sockel, die auf die Dauer durch die permanente Wasserzufuhr zu einer Schädigung im Inneren Aufbau der Säule führt. Die Neugestaltung des Sockels wird in enger Absprache mit dem Bundesdenkmalamt stattfinden und soll sich an der historischen Sockelgestaltung der Säule orientieren. Ziel ist es, den Originalzustand der Säule wieder herzustellen.
Bei der Reinigung der Säule werden kleinere Schäden beseitigt. Ebenso werden die heuer gestohlenen Engelfiguren restauriert und gemeinsam mit den beiden an der Säule verbliebenen Engeln diebstahlsicher verankert.

Ein Anzug für viele Jahre
„Die Neugestaltung des Herrenplatzes ist wie der Kauf eines Anzugs: Welchen Anzug soll sich der Platz anziehen? Dabei muss man beachten, dass ein Platz seinen Anzug nicht kurzfristig wechseln kann! Es ist nicht immer der eindrucksvollste Anzug der beste, sonder jener, den man jeden Tag und das viele Jahre lang sehen will“, umschreibt der Leiter des Fachbereichs Bau im Magistrat, DI Kurt Rameis, die planerischen Herausforderungen.
Bei der Projektierung der Platzgestaltung wurde diskutiert, in welcher gestalterischen Relation die neue Platzoberfläche in Bezug auf die attraktive und durchwegs historische Gebäuderahmung des Platzes stehen soll. Die Frage war also, ob der Platz durch eine lebhafte Gestaltung zur Gebäuderahmung in Konkurrenz treten soll, oder lediglich den Eindruck der historischen Häuserfronten unterstützen soll. Eine Grundregel bei jeder Platzgestaltung ist: Je attraktiver die Gebäuderahmung eines Platzes ist, umso mehr soll sich Platzgestaltung zurückhalten. Am Herrenplatz wird daher die neue Oberfläche Klarheit und Gediegenheit ausdrücken aber die attraktive Platzrahmung nicht in den Schatten stellen! Selbstverständlich wurden bei der Planung auch die übliche Nutzung und die Funktion des Platzes entsprechend berücksichtigt.

Einbauten müssen erneuert werden
Der Grund für die Neugestaltung ist der allgemein schlechte Zustand der alten Pflasterung aus Betonsteinen bedingt durch Witterungseinflüsse, die großen Verkehrslasten aufgrund von Baustellen und die hohen Frequenzen des Lieferverkehrs. Eine Sanierung der geschädigten Oberfläche war technisch nicht möglich und so mussten die schlechtesten Bereiche der Pflasterung als Übergangslösung durch Asphalt ersetzt werden. Da die neue Pflasterung kommendes Jahr hergestellt werden soll und dann wieder für Jahrzehnte unangetastet bleiben soll, müssen die Einbautenträger ihre ebenfalls schon gealterten Leitungen vor der Neugestaltung erneuern. Der erste Durchgang dazu fand heuer im Frühjahr statt, der zweite soll im kommenden Spätherbst bzw. Winter stattfinden.


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