St. Pölten Konkret

Abwasser wird nun mit Solarstrom entsorgt

15.01.2015, von Martin Koutny

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Im Bild (1/3): Adalbert Egarter, Christian Epp und Martin Krumböck von der Abwasserentsorgung und Bürgermeister Mag. Matthias Stadler bei der Vakuumstation Pergenstraße, deren Pumpen nun mit Solarstrom betrieben werden. (Foto: Martin Koutny)
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Im Bild (2/3): Im Pumpenhaus in der Pergenstraße stehen sechs mit Solarstrom betriebene Pumpen, die die Abwässer im Stadtteil Pottenbrunn absaugen. (Foto: Martin Koutny)
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Im Bild (3/3): Die neue Photovoltaikanlage auf dem Pumpenhaus in der Propst Teufel Straße hat Leistung von 5 kWp. (Foto: Martin Koutny)

Nur selten macht man sich Gedanken, wie die Abwasserentsorgung funktioniert. Nicht nur der technische Aufwand ist enorm, sondern auch der Energieaufwand. St. Pölten geht nun mit Solarstrom betriebenen Abwasserpumpen neue Wege.

Die Abwasserentsorgung der Stadt St. Pölten betreibt im Stadtteil Pottenbrunn zur Entwässerung der Liegenschaften ein Vakuum-System. Aufgrund der flachen Geländeverhältnisse und des hohen Grundwasserstandes kann in Pottenbrunn kein herkömmliches Kanalsystem betrieben werden. Die Abwässer werden daher mit einem ausgeklügelten, in sich geschlossenen und mit 0,6 bar Unterdruck betriebenen Rohrsystem abgesaugt. Nur vier Mitarbeiter sorgen an 365 Tagen rund um die Uhr dafür, dass der Betrieb reibungslos funktioniert.

Kernstücke dieser Vakuumentwässerung sind die beiden Vakuumstationen in der Pergenstraße und in der Propst Teufel Straße. Beide Stationen haben aufgrund der eingebauten Vakuum- und Tankpumpen einen regelmäßigen Stromverbrauch. Aus diesem Grund wurde in den letzten Wochen bei den beiden Vakuumstationen jeweils eine neue Photovoltaikanlage errichtet, um die Pumpen mit Solartstrom versorgen zu können.

Mit gutem Beispiel voran

„Bei der Vakuumstation Pergenstraße haben wir 24 Photovoltaik-Module mit einer Leistung von 6 kWp und in der Propst Teufel Straße 20 Photovoltaik-Module mit einer Leistung von 5 kWp auf den Dachflächen der jeweiligen Betriebsgebäude errichtet. Mit diesen beiden Photovoltaikanlagen können wir die Pumpen mit Strom versorgen. Der Eigenbedarf liegt bei mindestens 70% des erzeugten Stroms, den Überschuss speisen wir in das Netz ein“, erklärt Christian Epp von der Abwasserentsorgung.

„Die Stadt geht hier mit einem weiteren gutem Beispiel im Bereich der erneuerbaren Energie voran. Photovoltaikanlagen zahlen sich nicht nur bei Wohnhäusern aus, sondern sind auch in der Wirtschaft vielfach einsetzbar. In St. Pölten sind derzeit 290 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 2.214 kW und einer Fläche von 17.712 m2 in Betrieb. Der Domplatz hat eine Grundfläche von ca. 5.700 m2. Das heißt, die verbaute Fläche der Photovoltaik-Anlagen in der Stadt St. Pölten ist mehr als dreimal so groß wie der Domplatz“, freut sich Bürgermeister Mag. Matthias Stadler über den städtischen Zuwachs bei den Photovoltaik-Anlagen, der 27.000 Euro gekostet hat.


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