St. Pölten Konkret

Neues Depot für das Stadtmuseum

17.02.2016, von Martin Koutny

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Im Bild (1/3): Nicole Sommer, Dr. Ronald Risy, Mag. Sivia Zenz (alle vom Team der Archäologie) und Bürgermeister Mag. Matthias Stadler in jenem Teil des Depots in dem die archäologischen Funde aufbewahrt werden. (Foto: Josef Vorlaufer)
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Im Bild (2/3): Ewin Wallner, Heinz Backnecht, Mag. Thomas Lösch, Dr. Ronald Risy, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und Mag. thomas Pulle, Nicole sommer Dr. Thomas Karl und Mag. Silvia Zenz im neuen "Gedächtnis der Stadt". (Foto: Josef Vorlaufer)
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Im Bild (3/3): Im neuen Kulturdepot können auch größere historische Gegenstände aufbewahrt werden. (Foto: Josef Vorlaufer)

Als „Gedächtnis der Stadt“ wurde ein neues Depot für das Stadtmuseum errichtet. Über 1 Million Einzelstücke sind hier gelagert und dokumentieren die Identität der niederösterreichischen Landeshauptstadt.

„Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“, zitiert Bürgermeister Mag. Matthias Stadler den deutschen Gelehrten und Staatsmann Wilhelm von Humboldt bei der Fertigstellung des neuen Depots für das Stadtmuseum und betont: „St. Pölten hat sehr tiefe und weitreichende historische Wurzeln, die wir systematisch erforschen, dokumentieren und in zahlreichen Ausstellungen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren. Das ist identitätsstiftend. In vielen Bereichen hat unserer Stadt Einzigartiges zu bieten. Das zeigen auch die archäologischen Ausgrabungen im gesamten Stadtgebiet. Es braucht entsprechende Räumlichkeiten, um die historischen Gegenstände und Fundstücke aufzubewahren. Mit dem neuen Depot für das Stadtmuseum sichern wir das Gedächtnis der der Stadt. Nur wer das Wissen hat, kann die Zukunft gestalten. Wir bereiten die Grundlagen jetzt auf und werden in der Zukunft davon profitieren. Unsere Geschichte wird ein Alleinstellungsmerkmal in der Zukunft sein, das wir sowohl wirtschaftlich als auch touristisch nutzen werden.“
Das neue Depot des Stadtmuseums ist öffentlich nicht zugänglich.

Umfangreiche Bauarbeiten abgeschlossen
Das Gebäude in der Aufeldgasse 16 im Stadtteil Wagram wurde in den Jahren 2014 bis 2015 von der Immobilien St. Pölten GmbH. & CoKG bautechnisch für die Zwecke eines Kulturdepots adaptiert – umfangreiche Arbeiten wurden in Bezug auf Haus- und Sicherheitstechnik durchgeführt. Das Gebäude wurde brandschutztechnisch abgesichert und mit einer neuen Alarmanlage versehen, die den größtmöglichen Schutz für die gelagerten Güter bieten soll. Die ursprünglich veranschlagten Baukosten von 376.000 Euro konnten nach Abrechnung mit 341.000 Euro unterschritten werden.
In den letzten Wochen und Monaten erfolgte die Übersiedelung der Gegenstände in das neue Depot.

2 Kilometer Regale
Die Kennzahlen des neuen Lagers sind bemerkenswert – im Erdgeschoß wurden Regale mit 1.070 lfm Fachböden aufgestellt, die 608 m² Abstellfläche bieten, im Obergeschoß konnten immerhin noch Regale mit 847 lfm und 571 m² Abstellfläche untergebracht werden. Insgesamt also fast 2 km Regallaufmeter, die im Kulturdepot zur Verfügung stehen!

7.000 Jahre Menschheitsgeschichte unter einem Dach
Im neuen Depot wurden vor allem die archäologischen Funde der Stadt, sowie Teile der stadt- und kulturgeschichtlichen Sammlung des Stadtmuseums eingelagert. Neben den Räumen zur Aufbewahrung der archäologischen Funde und Museumsgüter wurden auch Arbeitsräume eingerichtet, die eine wissenschaftliche Bearbeitung des Bestands vor Ort ermöglichen sollen.
Mit dem neuen Museumsdepot in der Aufeldgasse ist es erstmals gelungen, alle archäologischen Funde zusammen an einem Ort systematisch geordnet unterzubringen. Bisher wurden allein im Bereich der Archäologie 3.024 Bananenkartons und weitere 28 Sonderkartons eingestellt, die schätzungsweise mehr als 1 Million Einzelstücke beinhalten. Neben Fundgegenständen aus Glas, Bein und Stein handelt es sich beim überwiegenden Teil um keramisches Material, Fragmente von ehemaligen Gefäßen aus 7.000 Jahren Menschheitsgeschichte, die zwar keinen materiellen Wert besitzen, aber von unschätzbarer historischer Bedeutung sind. Eine „Waschstraße“, ein großer Arbeitsraum ausgerüstet mit der benötigten technischen Ausstattung, eine kleine Teeküche und Sanitäranlagen bieten für die Zukunft hervorragende Arbeitsbedingungen, nicht nur für die notwendige Inventarisierung, sondern auch für die weitere wissenschaftliche Bearbeitung.

Ersatz für „Leiner-Halle“
Notwendig wurde die Errichtung eines neuen Depots, weil das alte Depot, die sogenannte „Leiner-Halle“ am Roßmarkt verkauft wurde und daher nicht mehr als Depot genutzt werden kann.

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