St. Pölten Konkret

Aufenthalte Spratzern Bahnhof und Spratzern Haltestelle der Traisentalbahn sollen erhalten bleiben

09.12.2014, von Martin Koutny

Dringlichkeitsantrag ÖBB Haltestellen
Im Bild (1/1): Die Grünen (GR Julia Schneider und GR Nicole Buschenreiter) brachten am 9. Dezember 2014 einen Dringlichkeitsantrag zur Erhaltung von zwei Haltestellen der Traisentalbahn in Spratzern ein. Der Antrag wurde einstimmig beschlossen. (Foto: Josef Vorlaufer)

In der Sitzung des Gemeinderates am 9. Dezember wurde ein von den Grünen eingebrachter Dringlichkeitsantrag zum Fortbestehen der Aufenthalte Spratzern Bahnhof und Spratzern Haltestelle der Traisentalbahn mit einem Abänderungsantrag der SPÖ einstimmig angenommen.

Der Bürgermeister, gestützt durch den Willen des Gemeinderats, wird ein Fortbestehen der Aufenthalte Spratzern Bahnhof und Spratzern Hst. gegenüber der ÖBB einfordern. Wenn diese nicht als Haltestellen deklariert werden, sollen sie zumindest als Bedarfshalte bestehen bleiben. Da bereits in einigen Tagen, am 14.12.2014, der neue Fahrplan in Kraft tritt, sollen weitere Gespräche stattfinden. Ab Fahrplanwechsel 2015/2016 soll die Bedienung der Haltestellen wieder aufgenommen werden.

Der Bürgermeister wird dem Gemeinderat bezüglich der Gespräche auf dem Laufenden halten, und bei Bedarf notwendige Maßnahmen mit diesem abstimmen.

Begründung
1877 wurde die Leobersdorfer (heute Traisentalbahn) Bahn mit der Streckenführung St. Pölten- Gerichtsberg- Leobersdorf gebaut. Sie galt und gilt als wichtiger Zubringer für die Stadt St. Pölten und das Fahrgastpotential hat sich seit ihrer Errichtung verzehnfacht. Seit 1998 wurde die Strecke zum Gerichtsberg stillgelegt, 2000 folgte Türnitz, 2010 Freiland-St.Äegyd für den Personenverkehr, 2011 folgte die Stilllegung der Strecke Schrambach-Freiland. Nun 2014 sollten vier weitere Haltestellen eingestellt werden Spratzern, Spratzern Haltestelle, Göblasbruck und Rotheau-Eschenau. Die Bahn wird langsam immer unattraktiver für viele Menschen. Viele Anrainer sind nun gezwungen die Strecke mit dem Auto zu fahren, und das in Zeiten, wo der einhellige Konsens herrscht, den Individualverkehr immer mehr zu reduzieren und in die öffentlichen Verkehrsmittel zu investieren. Ein weiterer Anstieg von einpendelnden Autofahrern ist der Landeshauptstadt nicht zuträglich. Ebenso sind wir als Landeshauptstadt dazu verpflichtet unseren BürgerInnen eine entsprechende Infrastruktur in punkto öffentlicher Verkehr zu ermöglichen. Die Auflassung der Haltestelle Spratzern ist in keiner Weise mit einer kürzeren Fahrzeit zu argumentieren, die Schiene darf als völlig „stauunbelastet“ auf keinen Fall einen weiteren Halt verlieren.


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