St. Pölten Konkret

2016: Ein starkes 30. Jahr. Was von 2015 bleibt. Was 2016 bringt.

28.01.2016, von Martin Koutny

wirtschaft neujahrsempfang 1
Im Bild (1/4): Mag. Richard Fohringer von fireland Foods, thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung NÖ, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und Plattform "St. Pölten 2020" berichten beim Wirtschaftsneujahrsempfang über die erfreulichen Wirtschaftsdaten. (Foto: Josef Vorlaufer)
shot1badehaus-haus_enttwurf 2-a
Im Bild (2/4): Kein konkreter Planungsvorschlag, sondern die erste Visualisierung einer Idee,... (Kulturverwaltung St. Pölten/Stadtarchäologie, Ronald Risy, no-mad-designers, Doris Zichtl & Marcello Hrasko)
shot7badehaus-haus_enttwurf 2
Im Bild (3/4): ... wie man mit einem Glaskubus die archäologischen Funde darstellen,ein gastronomisches Angebot schaffen ... (Kulturverwaltung St. Pölten/Stadtarchäologie, Ronald Risy, no-mad-designers, Doris Zichtl & Marcello Hrasko)
shot3badehaus-haus_enttwurf 2a
Im Bild (4/4): ...und einen architektonischen Akzent setzen könnte.In einem erweiterten Planungsverfahren sollen nun konkrete Vorschläge für die Umsetzung erarbeitet werden. (Kulturverwaltung St. Pölten/Stadtarchäologie, Ronald Risy, no-mad-designers, Doris Zichtl & Marcello Hrasko)

Seit 30 Jahren ist St. Pölten die Landeshauptstadt Niederösterreichs. Zum traditionellen Wirtschaftsneujahrsempfang kann eine positive Bilanz über die bisherige Entwicklung gezogen und ein erfolgversprechender Ausblick auf die nächsten 30 Jahre gemacht werden.

St. Pölten feiert 2016 das 30-jährige Bestehen als Landeshauptstadt von Niederösterreich.

Landeshauptmann Dr. Siegfried Ludwig initiierte damals eine Volksbefragung mit dem Slogan „Ein Land ohne Hauptstadt ist wie ein Gulasch ohne Saft“. Bei dieser Konsultation der Bürger am 1. und 2. März 1986, an der 61,3 Prozent der etwa 1,2 Millionen Wahlberechtigten teilnahmen, wurden zwei Fragen gestellt: Zum einen ging es um die grundsätzliche Entscheidung für oder gegen eine eigene Landeshauptstadt, die von 56 % der Teilnehmer bejaht wurde. Und in der Rangordnung wurde mit 45 Prozent St. Pölten klar favorisiert, gefolgt von Krems (29 Prozent), Baden (8 Prozent), Tulln (5 Prozent) und Wiener Neustadt (4 Prozent). Ausschlaggebend für den Vorsprung St. Pöltens war neben der Einwohnerzahl das unermüdliche Engagement des St. Pöltner Bürgermeisters Willi Gruber und seines Bruders, des Landtagsabgeordneten Karl Gruber. Ihnen gelang es, die St. PöltnerInnen von den Vorteilen zu überzeugen, welche die Erhebung ihrer Stadt zur Landeshauptstadt für sie bringen würde. Nach dem positiven Ergebnis der Volksbefragung fasst der Landtag am 10. Juli 1986 die entsprechenden Beschlüsse. Im September 1992 erfolgte der Spatenstich zum Bau des niederösterreichischen Landhauses, im Jahr 1997 waren die Bauten soweit fertig gestellt, dass die niederösterreichische Landesregierung ihren Sitz von Wien in die neue Landeshauptstadt verlegen konnte.

Beeindruckende Fakten
St. Pölten hat eine beispiellose Entwicklung genommen, die von Experten weit über die Grenzen hinaus als Best Practice-Bespiel für eine gelungene Standortentwicklung gelobt wird. Hier ein paar Fakten:
Einwohnerzahl (mit Zweitwohnsitzern)
1986: 52.452
2015: 58.445
Stadtbudget
1986: 57,3 Mio. Euro (Schilling zu Euro)
2016: 165,6 Mio. Euro
Aktive Betriebe
1986: 1.689
2015: 3.539
Kommunalsteuer:
1986: 4,1 Mio. Euro Gewerbesteuer nach Lohnsummer (Schilling zu Euro)
2015: 27,4 Mio Euro
Fahrzeit zum Flughafen Wien-Schwechat mit der Bahn:

1986: 105 Minuten
2016: 55 Minuten

Mehr Menschen

Die Zahl der mit Hauptwohnsitz in der Landeshauptstadt St. Pölten gemeldeten Personen beträgt 53.629. Mit Zweitwohnsitz sind 4.816 Personen gemeldet. Damit ist St. Pöltens Bevölkerung im vergangenen Jahr um 719 Personen gewachsen und hat den Höchststand von 58.445 erreicht.
In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der mit Hauptwohnsitz gemeldeten Personen um 1.602 gestiegen, rechnet man die Zahl der mit Zweitwohnsitz gemeldeten BürgerInnen hinzu, beträgt die Steigerung 2.098. Seit 2005 ist die Gesamtbevölkerung St. Pöltens um 3.758 (Haupt- und Zweitwohnsitze zusammengerechnet) gewachsen.
„Die erfreulichen Zuwächse im vergangenen Jahr zeigen, dass die Wohnbauoffensive zu greifen beginnt. St. Pölten punktet mit Lebensqualität und einem perfekten Preis-Leistungs-Verhältnis bei den Wohnungskosten“, betont Bürgermeister Mag. Matthias Stadler.

Geballte Wirtschaftspower
Im Jahr 2015 weist die Mitgliederstatistik der WKNÖ 3.539 aktive Betriebe am Wirtschaftsstandort St. Pölten aus. Im Vergleich zum Jahr 2005 ist das eine Steigerung um 27%!
Mit der Zahl der Arbeitsplätze steigt auch die Kommunalsteuer. Das vergangene Jahr brachte – trotz allgemein schwieriger Rahmenbedingungen - abermals ein Plus von 0,4%. Das Kommunalsteueraufkommen betrug 2015 satte 27,4 Mio. Euro.
Bürgermeister Stadler hebt hervor: „In den letzten 15 Jahren hatten wir bei der Kommunalsteuer durchwegs Steigerungen zu verzeichnen. Nur in zwei Jahren stagnierten die Einnahmen. St. Pölten hat die weltweite Wirtschaftskrise bisher gut gemeistert. Der eingeschlagene Weg, zu sparen und trotzdem die notwendigen Investitionen für die Wirtschaft zu tätigen, wird durch die Zahlen eindrucksvoll bestätigt.“
Auch für 2016 ist ein Zuwachs bei den Einnahmen aus der Kommunalsteuer zu erwarten.

Infrastruktur
In den zurückliegenden Monaten wurden zahlreiche Infrastrukturprojekte umgesetzt, die den Wirtschaftsstandort St. Pölten nachhaltig positiv beeinflussen werden. Die Bahnverbindungen in das Umland wurden deutlich verbessert, wodurch zum Beispiel „Krems an die Westbahn und St. Pölten an die Donau“ rückt. Die ÖBB investiert 2,7 Mrd. Euro in die Bahninfrastruktur in St. Pölten.
Die Fertigstellung der Brücke über die B20 im Betriebsansiedelungsgebiet NOE Central, die Eröffnung der Park & Ride-Anlage am Bahnhof mit 750 Stellplätzen und der Baubeginn für die neue Traisenbrücke mit der Kerntangente Nord sind hier herausragende Beispiele. Mit der Fertigstellung des Windparks Pottenbrunn ist St. Pölten endgültig energieautark und somit können alle rund 27.000 Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgt werden.
Und Bürgermeister Stadler konnte in langwierigen Verhandlungen für den LUP die Weichen für die Zukunft stellen. Der Betrieb des innerstädtischen Bussystems ab 2017 ist mit einer Kostenteilung zwischen Stadt, Bund und Land für weitere acht Jahre gesichert, wobei das Angebot ab dem kommenden Jahr sogar noch beträchtlich erweitert wird. 2016 erfolgt die Neuausschreibung des Busbetriebes durch den VOR und 2017 soll der LUP mit neuem Wagenmaterial und erweitertem Angebot durchstarten. „Die Fahrgastzahlen steigen kontinuierlich. Mittlerweile nutzen 4,8 Mio. Fahrgäste pro Jahr den LUP. Das sind um 2,34 Millionen mehr seit dem Jahr 2007. Ziel ist es, die Fahrgastzahlen weiter zu steigern und die 5-Millionen-Marke zu durchbrechen“, betont Stadler.

Rekord bei Betriebsansiedelungen
Die Wirtschaftsservicestelle „ecopoint“ kann auf ein äußerst erfolgreiches Jahr zurückblicken. 89 Investorenprojekte wurden betreut. Davon konnten 30 Projekte umgesetzt bzw. die entsprechenden Rahmenbedingungen für eine Ansiedlung in die Wege geleitet werden.
Dazu zählen namhafte Unternehmen: McDonald´s, Müller Drogeriemarkt, Geschäftshaus Churanek, Expansion Wildburger Gruppe (Radlberg neu, Bau, Wirtschaftshof, Schulgasse neu & Garage).
Vor dem Jahreswechsel wurden noch wichtige Kaufverträge über Grundstücke im Gewerbegebiet NOE Central unterzeichnet und zwar mit: ATC, Fireland Foods und Gastecker. Insgesamt sind damit bereits 58% der Gewerbeflächen in NOE Central vergeben.
Weitere Betriebe siedeln sich 2016 in St. Pölten an: IKEA, Andritz, Göndle Spenglerei und Lackiererei, sowie Egger wird investieren.
Damit konnten 397 Arbeitsplätze gesichert bzw. neu geschaffen werden. „Das ist das erfolgreichste Jahr seit Bestehen von ecopoint“, freut sich der Leiter der Wirtschaftsservicestelle im Rathaus Christoph Schwarz.
In St. Pölten stehen für zukünftige UnternehmerInnen und Investoren Gewerbeflächenreserven von 195 ha zur Verfügung.
Schon in wenigen Wochen geht das neue ArbeitnehmerInnenzentrum der Arbeiterkammer NÖ in Betrieb und damit beziehen 350 MitarbeiterInnen ihren neuen Arbeitsplatz in der Landeshauptstadt. Am 17. März eröffnet der Traisenpark nach dem Umbau und der Erweiterung neu und rückt damit in die Top 3 der Einkaufszentren in NÖ auf. Im Zuge der Neueröffnung wird auch IKEA Kompakt eröffnet - mit einem völlig neuen, innovativen Konzept. Bei IKEA Kompakt in St. Pölten stehen auf 1.800 Quadratmetern Service und Planung im Fokus – und es gibt jede Menge Inspiration und Ideen, mit einem ständig wechselnden, kleinen Sortiment.

Bildung mit Bestnoten
2015 war neben umfangreicher Investitionstätigkeit das Jahr der Weichenstellungen für die Bildung in der Landeshauptstadt:
Die Fachhochschule wird ausgebaut: Die Zahl der Studierenden hat sich seit 2007 auf 2.300 verdoppelt und soll bis 2020 auf 3.000 weiter ansteigen.
Noch heuer wird die Errichtung des Bildungszentrums Eisenbahn begonnen. Mit einem Investitionsaufwand von rund 50 Mio. Euro wird mit dem Bau des österreichweiten Bildungscampus für Eisenbahnberufe der ÖBB-Infrastruktur AG in St. Pölten begonnen. „Die Stadt wird damit zum Bildungshotspot der ÖBB. Junge Menschen erhalten eine hervorragende Ausbildung, neue Arbeitsplätze werden geschaffen und außerdem sichern wir damit auch den Weiterbestand der TS-Werke nachhaltig ab“, freut sich das Stadtoberhaupt.
Noch im Frühjahr folgt der Start für den Um- und Ausbau des Gymnasiums in der Josefstraße.
Nach der Außensanierung im Vorjahr wird im kommenden Sommer die Franz Jonas Volksschule innen generalsaniert und in eine „Schule der Zukunft“ als Modellschule umgebaut, in der nach neuesten pädagogischen Richtlinien unterrichtet wird.

Gut Wohnen
Seit etwa einem Dreivierteljahr läuft die Wohnbauoffensive der Stadt. Mit einer Sonderausgabe des Amtsblattes „St. Pölten Konkret“, das über mehrere Wochen in den Railjet-Zügen der ÖBB auf der Westbahnstrecke aufgelegt wurde, fiel der Startschuss. Die Medienberichterstattung über die Vorzüge des Wohnstandortes St. Pölten wurde durch Pressegespräche in Wien mit großem Erfolg forciert. Das hat dazu geführt, dass im vergangenen Jahr immerhin 422 Personen aus Wien zugezogen sind. Ziel ist es, den Zuzug aus allen Landesteilen Niederösterreichs und aus der Bundeshauptstadt anzuheben. „Wir wollen ein kontrolliertes Wachstum unter Aufrechterhaltung der hohen Lebensqualität. Wenn die Stadt wächst, haben unsere Interessen bei Verhandlungen mehr Gewicht, wir bekommen mehr Ertragsanteile, und viele Projekte wie beispielweise die Ausweitung des LUP-Angebots können umgesetzt werden, weil sie dann wirtschaftlich besser vertretbar sind“, erklärt Stadler.
Aktuell sind in St. Pölten 900 Wohnungen in Bau, 4.100 Wohnungen sind in einer konkreten Planungsphase. Mit 366 ha gewidmeten Wohnbauflächen hat St. Pölten im Vergleich zu anderen Städten noch genügend Grundstücksreserven in bester Lage.

„Fittest City“ zeigt Muskeln
Der Rohbau des Neubaus des Universitätsklinikums St. Pölten ist weitgehend fertiggestellt und feiert die Dachgleiche. Das Investitionsvolumen beträgt rund 550 Mio. Euro. Hinter der Güterzugsumfahrung ist sie zweitgrößte Baustelle in der Stadt.
Zur Weiterentwicklung St. Pöltens als „Fittest City“ Österreichs wird an der Fachhochschule St. Pölten ein Forschungsprojekt in Angriff genommen, indem untersucht wird, wie Menschen auch im hohen Alter in ihren eigenen vier Wänden wohnen können.
Aus dem 2006 gestarteten Visionsprozess wurden Ziele, Methoden und Inhalte des Masterplans St. Pölten 2020 formuliert, aus welchen wiederum drei Visionskandidaten finalisiert wurden. Die Etablierung der Stadt als eine proaktive Gesundheitsstadt mit dem Ziel „Fittest City of Austria“ zu werden, ist eine dieser Zukunftsentwürfe. Es umschließt die Bereiche Genuss, Lifestyle sowie Gesundheit und zielt explizit auf die Gesundheitswirtschaft und auf ein angewendetes Sozialmanagement ab. Die Grundlagen hierfür sind neben einem vorliegenden Stadtentwicklungskonzept, ein Generalverkehrskonzept und die Aktivitäten innerhalb des „Kooperationsnetzwerk Europäischer Mittelstädte“, deren Vorsitz St. Pölten hat.
Im grundlegenden Ansatz von „Fittest City of Austria“ sollen alle von der Stadt beeinflussbaren Faktoren nach den Grundsätzen „Health in all policies“ als Querschnittmaterien in eine Gesamtstrategie zusammengefasst werden. Diese umfassen alle Beiträge zur Steigerung von Lebensqualität und Wohlbefinden durch Gesundheitsförderung, Prävention, Akut- und Langzeitversorgung der BewohnerInnen.
Um das Ziel „Fittest City St. Pölten“ zu erreichen, wird an dem Forschungsprojekt mit dem Titel „AAL Integrationsfähigkeit in ein Smart City Projekt im urbanen Raum mit Fokus auf eine proaktive Gesundheitsstadt“ gearbeitet, welches von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) mit 100.000 Euro unterstützt wird. Somit wird das Gesundheitsangebot in der Landeshauptstadt nachhaltig erweitert.

Innenstadt gewinnt an Profil
Die Neugestaltung des Herrenplatzes ist abgeschlossen und überaus gut gelungen. Als neuer Frequenzbringer fungiert der Drogeriemarkt Müller in der Brunngasse. Das Wohnungsanagebot in der Innenstadt wird ständig erweitert. Die Innenstadt profitiert auch von der Zunahme der Pendlerfrequenz am Bahnhof.
Beim Domplatz kommen die Planungen für die Neugestaltung in die heiße Phase. Bürgermeister Mag. Matthias Stadler lässt dabei mit einer neuen Idee aufhorchen, am Domplatz einen Anziehungspunkt für die Innenstadt zu schaffen. Es sollen die archäologischen Funde dargestellt, ein gastronomisches Angebot geschaffen und ein architektonischer Akzent gesetzt werden. Damit wird der Multifunktionalität des Platzes Rechnung getragen und eine möglichst hohe Besucherfrequenz erzielt.
„Von den archäologischen Ausgrabungen wissen wir, dass im nördlichen Bereich des Domplatzes zur Zeit Aelium Cetiums ein römisches Badehaus stand, das in seiner Form und Größe einzigartig im gesamten Römischen Reich war und später als Kirche verwendet wurde. Ich schlage eine Erweiterung der vorgenommenen Planungen mit den ausgewählten Architekten für einen attraktiven Akzent am Domplatz vor. Die Jury und die Architekten sollen sich aufgrund der sensationellen archäologischen Funde nochmals mit dieser Idee befassen. Wie das am Ende genau aussehen kann, müssen die Architekten sagen. Es soll ein Anziehungspunkt für die St. PöltnerInnen und TouristInnen entstehen“, sagt Bürgermeister Mag. Matthias Stadler.


Copyright 2018 St. Pölten Konkret Online, Magistrat der Landeshauptstadt St. Pölten/Medienservice