St. Pölten Konkret

gabarage goes St. Pölten!

01.09.2016, von Martin Koutny

gabarage
Im Bild (1/1): Standortleiter Stephan Schimanowa, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und gabarage-Gründern Gabriele Gottwald-Nathaniel im neuen Store in der Marktgasse 6. (Foto: Josef Vorlaufer)

14 Jahre nach der Gründung von gabarage - upcycling design wagt das sozialintegrative upcycling-Label nun auch den Sprung nach St. Pölten. Am 8. September wird der neue Store in der Marktgasse 6 offiziell eröffnet.

gabarage beschäftigt und qualifiziert an seinen Standorten in Wien Menschen mit einer chronischen Suchterkrankung und begleitet sie auf ihren Weg zurück in ein geregeltes Leben. Auch in St. Pölten wird das Leitmotiv „1ne Gesellschaft für eine 2. Chance“ umgesetzt und der Fokus auf Jugendlichen gelegt, die unter anderem aus prekären Verhältnissen kommen, Schwierigkeiten in ihrer Schulkarriere aufweisen oder keine Ausbildungs- oder Lehrstelle finden. Sie werden auf ihrem Weg spezifisch durch ein eigens entwickeltes Konzept unterstützt und individuell gefördert. Auch im Herzen St. Pöltens, in der Marktgasse 6, ist für die Umsetzung dieser sozialintegrativen Maßnahme eine Werkstatt und ein Showroom entstanden, die sich dem upcycling von Materialien verschreiben und darüber hinaus das Arbeiten unter Realbedingen ermöglicht.

Jeder verdient eine zweite Chance
„Eine Gesellschaft für eine zweite Chance“, das ist der Leitsatz von gabarage - upcycling design, erklärt Gründerin und Obfrau des Trägervereins, Gabriele Gottwald-Nathaniel, und meint weiter, dass „alles und jeder eine zweite Chance verdient hat. Darum beschäftigen wir einerseits spezifische Zielgruppen und haben uns andererseits dem upcycling verschrieben.“
Seit dem 17. März 2016 betreibt gabarage - upcycling desing seinen Pop-Up Store in der Marktgasse 6, wo nun, am 8. September 2016, der Showroom und einige Wochen später auch die Werkstätten in den Regelbetrieb gehen.

Aus alt wird neu
Upcycling bedeutet im weitesten Sinne, dass Materialien oder Produkten ein neues, zweites Leben geschenkt wird und damit Produktlebenszyklen verlängert werden. So werden bei gabarage aus Werbeplanen Umhängetaschen oder Handysleeves, aus alten Büchern Hocker oder aus Skiern und Snowboards Ringe gefertigt. Als „Urmutter“ des upcycling und aus nachhaltiger sozialer Verantwortung in Österreich, sorgt der Trägerverein aber auch dafür, dass ein wichtiges Zeichen gegen die Wegwerf- und Konsumgesellschaft, aber auch für Entstigmatisierung gesetzt wird.

Perspektive für Jugendliche
„Am Standort St. Pölten etablieren wir das gabarage-Konzept gezielt für Jugendliche, die beispielsweise keine Lehrstelle oder Arbeit finden und bei denen keine andere arbeitsmarktpolitische und/oder sozialpädagogische Unterstützungsmaßnahme greift, die die Schule abbrechen und neue Ziele suchen“, stellt der Leiter des neuen Standortes, Stephan Schimanowa, dar. „Ziel ist es, den Jugendlichen eine Perspektive zu bieten, sie auf ihrem Weg ins Berufsleben zu unterstützen und ihnen Selbstvertrauen zu vermitteln“, formuliert Schimanowa die Grundzüge des Projektes.

Verantwortung für Jugendliche
Gabriele Gottwald-Nathaniel selbst hat auch ein persönliches Naheverhältnis zu der niederösterreichischen Landeshauptstadt. „Nahe meines Heimatortes einen neuen Standort von gabarage - upcycling design eröffnen zu können war mir ein Herzensanliegen.“
Am Standort St. Pölten sollen auch die drei wesentlichen Säulen von gabarage - upcycling design umgesetzt und etabliert werden. „Wir übernehmen auf mehreren Ebenen Verantwortung. Sowohl in gesellschaftlicher als auch ökologischer Hinsicht verflogt der Trägerverein von gabarage Grundsätze, die gerade in der heutigen Zeit wesentlich sind. Wir freuen uns daher auf unseren neuen Standort in St. Pölten und sind sicher, dass wir in Zusammenarbeit mit den etablierten Einrichtungen in St. Pölten, einen wichtigen Beitrag im sozialen Netzwerk der Stadt und der Region leisten können.“, schließt Gottwald-Nathaniel.


St. Pölten, die chancenreiche Stadt
„Das jugendrelevante Angebot in der Stadt Sankt Pölten wird stetig ausgebaut. Es gibt eine breitgefächerte Palette an Einrichtungen an die sich die Jugendlichen wenden können. Das Angebot reicht von der Jugendnotschlafstelle „COMepass“ über die Mobile Jugendarbeit „Nordrand“, Jugendcoaching, SchülerInnenzentrum H2, Schulsozialarbeit ko.m.m. und X-Point, Jugendinfo NÖ bis zu Jugendzentrum Steppenwolf. Viele dieser Einrichtungen bestehen seit vielen Jahren. So feiert das Jugendzentrum Steppenwolf heuer sein 20-jähriges Jubiläum. Wer sich einen detaillierteren Überblick über die Soziallandschaft der Jugendeinrichtungen der Stadt Sankt Pölten verschaffen möchte, kann sich den in den Institutionen aufliegenden Sozialratgeber der Jugendeinrichtungen in St. Pölten mitnehmen und durchschmökern. In vielen Problemlagen des Alltags werden die Jugendlichen in St. Pölten bereits gut unterstützt“, freut sich Bürgermeister Mag. Matthias Stadler, dass mit dem Angebot von gabarage jungen Menschen in St. Pölten eine weitere Chance eröffnet wird.

gabarage upcycling design fusst auf 3 Säulen
Design
Im Zentrum der Designphilosophie steht das upcycling von Materialen und Produkten. Die Ausgangsmaterialien werden dabei vom gabarage-Team in Zusammenarbeit mit ausgewählten Designer/innen aus ihrem ursprünglichen Kontext genommen und einer neuen Funktion zugeführt. So entstehen individuelle Einzelstücke und Kleinserien, die ihresgleichen suchen. Mit neuem Gesicht und neuer Funktion dienen die Produkte als garantierte Blickfänge ebenso wie als praktische Gebrauchsgegenstände mit ganz besonderem Charme. Die Angebotspalette reicht dabei von Einzelanfertigungen bis hin zu Serienprodukten. Schmuck, Accessoires, Möbel, Taschen, Lampen – den Ideen sind kaum Grenzen gesetzt. Bei gabarage treffen Kund/innenwünsche, Design und handwerkliches Knowhow aufeinander und verschmelzen zu einzigartigen und nachhaltigen Produktlösungen.
Ökologie
Hinter dem Begriff upcycling steckt mehr als „nur“ Wiederverwerten. Durch die Verwendung von Materialien und Produkten im Designprozess wird der Produktlebenszyklus dieser verlängert, verhindert, dass Abfall entsteht und eine wichtige Botschaft gegen die Wegwerf- und Konsumgesellschaft transportiert. Als CSR-Kooperationspartner für Unternehmen und Agenturen entwickelt gabarage u. a. nachhaltige Werbemittel, Büromöbel und give-aways aus Materialien oder Produkten der jeweiligen Firmen. Die Kund/innen und Partner/innen von gabarage entscheiden sich damit bewusst für die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung und das Prinzip der Nachhaltigkeit. Diese Botschaft tragen die gabarage-Designprodukte in die Öffentlichkeit sowie in die Unternehmen selbst. Nachhaltiges Wirtschaften auf sozialer und ökologischer Ebene ist heute kein bloßes „Zuckerl“ mehr, sondern längst unumgängliche Notwendigkeit und es liegt in der Verantwortung aller, dementsprechend zu handeln.
Gesellschaft
Personen mit einem weniger „stromlinienförmigen“ Lebenslauf eine neue Chance zu geben ist gabarage nicht nur ein Anliegen, sondern oberstes Ziel. Der Mensch ist damit in dem sozialintegrativen Betrieb nicht nur "Mittel", sondern steht im Mittelpunkt des Handelns. gabarage upcycling design übernimmt gesellschaftliche Verantwortung beschäftigt und qualifiziert berufsnahPersonen, die auf den (Wieder)Einstieg in den Regelarbeitsmarkt vorbereitet werden. Dabei stehen Arbeitsplätze und Qualifizierungsplätze in den Werkstätten sowie im Verkauf und in der Verwaltung zur Verfügung. Mit einem von gabarage entwickelten Fünf-Stufen-Qualifizierungsprogramm werden die Mitarbeiter/innen in unterschiedlichen Bereichen berufsnah qualifiziert und diese Qualifizierung durch eine externe Unternehmensberatung zertifiziert. Dabei werden sowohl berufsspezifische als auch soziale Kompetenzen berücksichtigt. gabarage bietet darüber hinaus seinen Mitarbeiter/innen Begleitung in der Berufs(neu)orientierung und bei der Jobsuche.

Kommentare powered by Disqus.

Copyright 2018 St. Pölten Konkret Online, Magistrat der Landeshauptstadt St. Pölten/Medienservice