St. Pölten Konkret

Hightech für´s „Stille Örtchen“

21.10.2016, von Martin Koutny

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Im Bild (1/7): Geberit Finanzvorstand Roland-Iff, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler, Geberit-St. Pölten Geschäftsführer DI Helmut Schwarzl, Siemens Niederöstereich Direktor Ing. Franz Proksch und Geberit St. Pölten Vertriebgeschäftsführer DI Stephan Wabnegger in der Konzernzentrale in Rapperswil-Jona. (Foto: Martin Koutny)
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Im Bild (2/7): Die Fertigungsstraße für das neue Dusch-WC. (Foto: Martin Koutny)
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Im Bild (3/7): Hichtech auf der Toilette: Das mit Warmwasserdusche Föhn, Luftabsaugung und Sitzheizung ausgestattete WC enthält jede Menge Elektronik. (Foto: Martin Koutny)
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Im Bild (4/7): Die Wirtschaftsdelegation besichtigt die Produktionsstätten in Rapperswil-Jona. (Foto: Martin Koutny)
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Im Bild (5/7): Ein Paradebeispiel wie Industrie 4.0 funktioniert. (Foto: Martin Koutny)
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Im Bild (6/7): Für die Lehrlingsausbildung wurden in der Konzernzentrale die Rohrleitungssysteme und Sanitäranlagen eines Wohnhauses transparent nachgebaut. (Foto: Martin Koutny)
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Im Bild (7/7): Am späten Nachmittag kehrte die Delegation wieder nach Zürich zurück. (Foto: Martin Koutny)

Jeder Mensch kommt täglich mehrmals mit Geberit in Kontakt. Und zwar im Sanitärbereich. Es gibt kaum ein Badezimmer, eine Toilette, eine Küche oder Wasser- und Abwasserrohleitungen, in denen nicht Bauteile von Geberit im Einsatz stehen. Die Wirtschaftsdelegation aus der Landeshauptstadt besuchte das Traditionsunternehmen in der Schweiz. Geberit verfügt auch über einen Standort in St. Pölten-Pottenbrunn.

Der zweite Tag der Wirtschaftsreise der St. Pöltner Wirtschaftsdelegation in die Zentralschweiz stand ganz im Zeichen des Zusammentreffens mit der Konzernspitze und der Besichtigung der Produktions- und Forschungseinrichtungen des europäischen Marktführers in der Sanitärtechnik Geberit in Rapperswil-Jona am Zürichsee. Unternehmensstrategie, Industrie 4.0, Innovation und Lehrlingsausbildung waren dabei die zentralen Themen.

Tradition und Entwicklung
Das schweizerische Traditionsunternehmen wurde 1874 von Caspar Gebert gegründet. Herausragende Meilensteine in der Entwicklung des Unternehmens sind die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1997 und die Akquisition des finnischen Keramik-Herstellers Sanitec im Vorjahr. Mit diesem Unternehmenskauf hat Geberit seinen Umsatz ebenso verdoppelt wie die Anzahl der MitarbeiterInnen. Damit konnte auch das Produktportfolio von Sanitär- und Versorgungssystemen um den Bereich Sanitärkeramik erweitert werden. Die Produktion ist auf 33 Standorte verteilt, zwei davon liegen in Österreich, einer in Tirol und einer in St. Pölten Pottenbrunn. In der Firmenzentrale am Gründungsort in Raperswil-Jona sind etwa 1.000 MitarbeiterInnen beschäftig, Herzstück ist die Abteilung für Forschung und Entwicklung.

Wirtschaftlich erfolgreich
Heute erwirtschaftet Geberit mit 12.000 MitarbeiterInnen einen Umsatz von 2,6 Mrd. CHF. In Österreich sind insgesamt 550 MitarbeiterInnen beschäftigt bei einem Umsatz von 130 Mio. CHF pro Jahr, das sind 5% des Gesamtumsatzes von Geberit.

Unternehmensstrategie und Innovation
Geberit-Finanzvorstand Roland Iff erläuterte der St. Pöltner Wirtschaftsdelegation die Unternehmensstrategie. In der Sanitärtechnik setzt man auf neue Trends, intelligente Systemlösungen und optimiertes Design. Darüber hinaus ist Geberit in der Sanitärbranche seit Jahrzehnten führend im Bereich Nachhaltigkeit, indem Produkte immer effizienter produziert werden. Laufend wird daran gearbeitet, weniger Energie und Wasser zu verbrauchen und sparsamer beim Rohmaterialeinsatz zu werden. Damit bietet Geberit bei ihren Produkten neben ausgezeichneter Qualität und Langlebigkeit auch höchste Umweltfreundlichkeit und Ressourcenschonung. Als neueste Innovation wurde das Dusch-WC vorgestellt.
Rold Iff vermittelte zudem die Herausforderungen in der Unternehmensführung durch die Übernahme von Sanitec und erläuterte das moderne Vertriebssystem mit insgesamt 40 Verkaufseinheiten weltweit.

Lehrlinge hoch im Kurs
Dem Facharbeitermangel wirkt man durch eine Lehrlingsausbildung mit modernsten Ausbildungsmethoden entgegen. Am Standort in Rapperswil-Jona werden derzeit 70 Lehrlinge ausgebildet, in St. Pölten Pottenbrunn 24. Bei der Rekrutierung steht die soziale Kompetenz im Vordergrund. Die Bewerbung erfolgt über einen Website. Bei der Lehrlingsausbildung setzt man auf neue Trends, schafft neue Berufsbilder und ein zukunftsorientiertes sowie abwechslungsreiches Lernumfeld. Selbstverständlich tätigt man entsprechende Investitionen. Auf Internationalität wird in dem weltweit tätigen Unternehmen besonderer Wert gelegt. Im Gegenzug bietet das Unternehmen den jungen MitarbeiterInnen zahlreiche Sozialleistungen und Hilfestellungen sowie hervorragende Berufsaussichten. Ziel ist es, mindestens 50% der Führungskräfte intern zu besetzen.
Als Problem sieht man die Tatsache, dass in den Schulen die Grundlagen der Naturwissenschaften nicht ausreichend vermittelt werden.

Automatisierung in der Produktion
Am Nachmittag wurden die Produktionsstätten besichtigt. Die mitgereisten UnternehmnerInnen aus St. Pölten beeindruckte die Fertigungsstraße für das neue Hightech-Dusch- WC und die Rohrleitungsproduktion, ein Paradebeispiel für Robotik und Industrie 4.0.

Geberit in St. Pölten Pottenbrunn
Seit 45 Jahren ist Geberit in St. Pölten tätig. Was ursprünglich als Vertriebslager und kleine Produktion mit 20 Mitarbeitern konzipiert war, ist über die Jahre bemerkenswert gewachsen. Heute sind am Standort Pottenbrunn in der Produktion 408 Mitarbeiter und im Vertrieb Österreich insgesamt 64 Mitarbeiter beschäftigt. In den vergangenen Jahren ist die Belegschaft kontinuierlich gewachsen. Die Kernkompetenzen sind die Verarbeitung von Kunststoffen, vor allem das Spritzgießen und Schweißen sowie die flexible Montage der Fertigprodukte. Das Produktportfolio erstreckt sich über zahlreiche Artikel aus dem Rohrleitungssortiment der Gruppe, wie das schalloptimierte Stecksystem Silent-PP zur Abwasserentsorgung oder das Dachentwässerungssystem Pluvia, bis zu den Anschlusssystemen (Abläufe und Siphone) in Bädern, Küchen und Toiletten, wie Wannengarnituren, Duschenabläufe oder Waschtischsiphons. Der Exportanteil beträgt 93%.

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