St. Pölten Konkret

Positives Resümee am dritten Tag der Wirtschaftsreise

24.10.2014, von Martin Koutny

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Im Bild (1/2): Am dritten Tag der Reise besuchte die Wirtschaftsdelegation aus St. Pölten das Cologne Convention Bureau zwecks Gedankenaustauschs. (Foto: Martin Koutny)
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Im Bild (2/2): Moderne Architektur in Rheinauhafen in Köln. (Foto: Martin Koutny)

Ausführliche Fachgespräche und Diskussionen zu den Themen Stadtentwicklung und Tourismus, sowie die Auseinandersetzung mit alter und moderner Architektur bildeten das Programm für den dritten Tag der St. Pöltner Wirtschaftsreise nach Nordrhein-Westfalen. Die TeilnehmerInnen ziehen ein überaus positives Resümee.

Der erste Termin am dritten Tag der St. Pöltner Wirtschaftsreise führte die 38-köpfige Wirtschaftsdelegation in das Kölner Rathaus. Eineinhalb Stunden lang konnten die Mitgereisten mit dem Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters und Fachleuten aus den Bereichen Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung, Wohnungswesen und Liegenschaftsverwaltung Informationen austauschen und diskutieren. Oberbürgermeister Roters verwies unter anderem auf die Herausforderungen, die das Wachstum der Region, die Modernisierung der Infrastruktur und die Sanierung des Stadthaushaltes mit sich bringen. Große Probleme bereitet Köln die Knappheit bei den Grundstücken und das enorme Verkehrsaufkommen, weswegen Modelle zum Mobilitätsmanagement und zur Verkehrsberuhigung entwickelt werden. Im Wohnbau wurde vor allem ein interessantes Kölner Fördermodell diskutiert. Auch die aktuelle Flüchtlingswelle war ein Thema. Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und andere Vertreter der der Wirtschaftsdelegation stellten die Lösungsansätze der niederösterreichischen Landeshauptstadt vor und wurden dabei zahlreiche Parallelen festgestellt.

Tagungs- und Kongresstourismus
Im Anschluss besuchte die Delegation aus St. Pölten das Kölner Tourismusbüro, in dem seit 2008 das Cologne Convention Büro geführt wird, das für den Tagungs- und Kongresstourismus in der Millionenmetropole zuständig ist. Überrascht waren die Delegationsmitglieder von der Tatsache, dass die meisten Tagungsveranstaltungen in Köln in der Größenordnung von rund 100 Teilenehmerinnen stattfinden, also einer Dimension, die auch St. Pölten leicht bewältigen kann. Bei den Gesprächen mit der Prokuristin des Convention Bureaus Stephanie Franke waren die Organisationsstruktur, die Finanzierung, die Marketingausrichtung und die technische Ausstattung die Schwerpunkte.

Architektur im Blickfeld
Am frühen Nachmittag nahm die Wirtschaftsdelegation an einer Architekturführung durch den Kölner Dom teil. Anschließend wurde der Reinauhafen besucht. Dabei wurde die Entwicklung des alten, verfallenen Hafengeländes zu einem modernen Stadtviertel erörtert. Die unter Denkmalschutz stehenden alten Hafengebäude wurden stilvoll renoviert und mit auffälliger, zeitgenössischer Architektur ergänzt. Im gesamten Bereich des neu gestalteten Reinauhafens sind heute Büros, Wohnungen und Kultureinrichtungen sowohl in Neubauten als auch in sanierten Gebäuden angesiedelt. Unter den Gebäuden befindet sich die längste Tiefgarage Europas. Von der Schifffahrt wird der Rheinauhafen heut nicht mehr genutzt.

Am Abend machte sich die Wirtschaftsdelegation wieder auf den Weg nach St. Pölten, wo sie gegen Mitternacht eintraf.

Positives Resümee
Die TeilnehmerInnen der Wirtschaftsreise zogen eine überaus positive Bilanz. Hervorgehoben wurde vor allem die perfekte Organisation der Reise nach Nordrhein-Westfalen durch die Wirtschaftsservicestelle der Stadt „ecopoint“ und der Austrian Business Agency. Alle Termine fanden pünktlich statt und standen überaus kompetente GesprächspartnerInnen zur Verfügung. Das professionelle Auftreten der St. Pöltner Wirtschaftsdelegation wurde in Nordrhein-Westfalen überaus positiv wahrgenommen.

Bürgermeister Mag. Matthias Stadler zieht ein positives Resümee: „Die Problem- und Fragestellungen, die Herangehensweise und die Strategien sind in der stärksten Wirtschaftsregion Deutschlands mit jenen in Niederösterreich und St. Pölten sehr ähnlich. Die wesentlichsten Unterschiede liegen lediglich in den Dimensionen. Dadurch ist der Vergleich sinnvoll und bringt für uns neue Erkenntnisse. In Düsseldorf hat sich meine Meinung bestätigt, dass Wachstum für eine Stadt nicht alles ist, und man die Lebensqualität unbedingt im Auge behalten muss. Es kommt auch auf die richtige Mischung aus frei finanziertem Wohnbau, gefördertem Wohnbau und sozialem Wohnbau an. Der soziale Wohnbau wird sowohl in Düsseldorf als auch in Köln besonders forciert, so wie es auch unsere Absicht ist. Diese Konzepte schauen wir uns noch genauer an. Das Düsseldorfer Stadtentwicklungskonzept hat mich ebenfalls beeindruckt. Wir arbeiten in St. Pölten ebenfalls an einem neuen Stadtentwicklungskonzept und haben im Grunde genommen dieselben Zugänge. Das bestätigt den von uns eingeschlagenen Weg. In Köln war für mich die Rolle der Wirtschaftsklubs interessant, die die Entwicklung der Stadt massiv unterstützen. Das zeigt die Verbundenheit der UnternehmerInnen mit ihrem Standort. Das trägt sehr gut zum Image bei und wirkt sich insgesamt positiv aus. Bei der Unterredung mit dem Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters und seinem Expertenteam stießen unser Visionsprozess und der Masterplan auf großes Interesse. Wachsende Metropolen verursachen immer auch ein Wachstum der Städte im Speckgürtel. Die Gespräche haben uns gezeigt, dass wir mit unseren Strategien und den Grundstücksreserven für eine positive Stadtentwicklung bestens aufgestellt sind.“

„Es waren sehr informationsreiche Tage zwischen Millionenstadt und Umland. Meine Highlights waren der gewachsene internationale Konzern Wirtgen, der Tagebau der Braunkohle – alles Dimensionen die Vielfalt, Entwicklung und Leben zulassen aber auch benötigen. Köln gewichtet in der Stadtentwicklung das Wohnen und Wirtschaften gleich – also Stadtentwicklung und Lebensraumentwicklung stehen gleichberechtigt an die erste Stelle. Gerne würde ich 2015 wieder an der Wirtschaftsreise teilnehmen“, meinte DI Margit Aufhauser-Pinz von der Kommunaldialog Raumplanung GmbH.

„Köln war eine Reise wert, nicht nur deshalb weil man diese Stadt als Mitglied einer Wirtschaftsdelegation von einer anderen Seite kennenlernt, sondern auch weil ich Kontakte bekommen habe, zu denen ich sonst keinen Zugang gehabt hätte. Architektonisch und in Bezug auf die Infrastruktur spielt Köln in einer andern Liga“, so Dr. Hans Kirchknopf von der Strabag AG.

Der Obmann der Plattform St. Pölten 2020 und Chef der Wildburger Gruppe Dr. Josef Wildburger fasst seine Eindrücke so zusammen: „Es ist für uns wichtig zu schauen, wie die anderen Städte mit den großen Herausforderungen der Zukunft umgehen. Wir können voneinander lernen. St. Pölten hat ja die Herausforderung, dass der Wiener Raum pro Jahr um 30.000 EinwohnerInnen wächst und dass in allen Kategorien Wohnraum und Betriebsansiedelungsgebiete geschaffen werden müssen. Wir konnten uns in einer aufschlussreichen Weise mit den Kölnern und Düsseldorfern austauschen.“

„Parallel zum offiziellen Programm der Wirtschaftsdelegation haben wir von der Fachhochschule St. Pölten die Gelegenheit genutzt mit Vertretern der Wissenschaftsplattform, einer freiwilligen Zusammenkunft aller Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der Stadt Köln, zusammenzutreffen, mit dem Ziel die Leistungen der Forschung und Entwicklung zu kommunizieren, publik zu machen. Wir haben dazu einige Anregungen bekommen. Vor kurzem haben wir eine Partnerschaft mit der Cologne Business School, einer privaten Hochschule mit dem Schwerpunkt Wirtschaft, geschlossen. Wir nutzten die Gelegenheit für einen Gedankenaustausch auf Führungsebene. Wir wollen nicht nur kooperieren, sondern uns für die Zukunft im Bereich der Forschung international vernetzen“ berichtet die Geschäftsführerin der Fachhochschule St. Pölten Dr. Maria Gabriela Fernandes.


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