St. Pölten Konkret

Neue Kapsch Geschäftsstelle und IT Security Kompetenzzentrum

11.12.2017, von Martin Koutny

IT Hub
Im Bild (1/1): FH-Prof. Dipl.-Ing. Johann Haag (Studiengangsleiter IT Security), Mag. Jochen Borenich, MBA (Vorstand Kapsch BusinessCom), Landeshauptfrau Mag.a Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister Mag. Matthias Stadler bei der Präsentation des "Austria IT Security Hub". (Foto: Josef Vorlaufer)

Kapsch, führender Experte für ICT-Datensicherheit und -management, gründet eine neue Geschäftsstelle und gemeinsam mit der Fachhochschule St. Pölten den Austria IT Security Hub in St. Pölten. Dieses Center of Excellence ermöglicht neue Formen einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Hochschulen und stärkt Innovationen im Umfeld von Datensicherheit.

Die Digitalisierung schreitet in allen Branchen voran, laut einer Studie wird sich das weltweite Datenvolumen bis 2025 verzehnfachen. Damit steigen die Anforderungen an den Schutz und die Sicherheit dieser potentiell überaus wertvollen Daten. Der neue Austria IT Security Hub in St. Pölten trägt dieser Entwicklung Rechnung. Das von Kapsch BusinessCom und der FH St. Pölten gemeinsam mit dem ebenfalls österreichischen IT-Sicherheitsunternehmen IKARUS gegründete Center of Excellence bündelt die Erfahrungen aller drei Partner und widmet sich der Forschung und Entwicklung sowie der Talente- und Start-up-Förderung im Bereich IT Security.

Security als integraler Bestandteil
Die wachsende Anzahl an vernetzten Geräten – laut internationaler Studien 8,4 Mrd. in 2017 und 20,4 Mrd. in 2020 - vergrößert zwangsläufig die Spielwiese für Cyberattacken. 2017 konnte Kapsch einen Anstieg von fast 40% bei den Cyberangriffen beobachten. Die Schäden, die dabei angerichtet werden können, sind enorm. Security wird somit zum integralen Bestandteil jeder Applikation und jedes Netzwerkelements. „Wir erhöhen die Sicherheit, indem wir individuelles Wissen und Aufmerksamkeit mit innovativen Lösungen kombinieren“, erklärt Jochen Borenich, Vorstand der Kapsch BusinessCom. Dies ist der Ausgangspunkt der Kooperation in St .Pölten. Kapsch bringt unter anderem die Expertise seines „Cyber Defense Center“ (CDC) ein. In dieser Spezialabteilung für Datensicherheit werden Angriffe identifiziert und analysiert, um Attacken abzuwehren und bei Vorfällen rasch und richtig zu reagieren. „Dahinter steckt jede Menge Intelligenz in Form von Technologie, Algorithmen und – Menschen,” so Borenich. „Deswegen brauchen wir bestens ausgebildete Fachleute. Der größte Mangel unter dem wir leiden, ist der Fachkräftemangel.” Als erfolgreiches österreichisches Unternehmen mit herausragenden Security-Kompetenzen will Kapsch daher frühzeitig und nachhaltig seine Expertise in die Ausbildung junger Menschen einbringen. In diesem Fall in Zusammenarbeit mit der FH St. Pölten.

Förderung der IT Security-Exzellenz
Der Hub soll die heimische ICT-Sicherheitswirtschaft und ICT-Sicherheitsforschung durch Vernetzung, Information und intersektorale Kooperationsmaßnahmen stärken. Es sollen Rahmenbedingungen verbessert werden, die IT-Security-Exzellenz für heimische Schülerinnen und Schüler sowie Studierende, Start-ups und Unternehmen gefördert sowie IT Security in allen Ausbildungsbereichen und -instituten in Kooperation mit Unternehmen verankert und sichtbar werden.

„Der Kontakt zu Firmen ist uns an der FH St. Pölten wichtig. Wir sind kein akademischer Elfenbeinturm. Das belegen die erfolgreichen internationalen Karrieren einschlägiger Absolventinnen und Absolventen der FH St. Pölten. Diese arbeiten bei renommierten Firmen wie Intel, Google oder Ernst & Young“ skizziert Johann Haag, Leiter des Departements Informatik und Security, die Rolle der FH St. Pölten in der Kooperation. Nun gehe es darum, diese internationalen Expertinnen und Experten wieder an die FH zu holen, mit einem attraktiven Arbeitsraum in einem entsprechenden Umfeld, das ein geeignetes ‚Biotop‘ für den Wissenstransfer bietet. Ein erster Schritt ist durch die Ansiedlung von Kapsch in direkter Nähe der FH bereits getan. Weitere Beispiele sollten folgen und der Hub kann die Plattform dafür darstellen. „Der Hub soll eine Form der offenen, gemeinsamen Innovation durch Unternehmen und Fachhochschulen und das Gründen von Start-ups unterstützen“, so Haag.

Ein wesentliches Ziel ist, aktiv dem bestehenden Arbeitskräftemangel im IT-(Security-)Bereich entgegenzuwirken und Unternehmen eine Plattform zu bieten. So sind Fachvorträge in Schulen, der Aufbau eines Excellence-Programms und Veranstaltungen geplant.

Talenteschmiede in St. Pölten
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner verweist auf die Rolle des Kompetenzzentrums als Talenteschmiede: „Dass der Security Hub sich gerade der Förderung von Talenten verpflichtet fühlt, ist für Niederösterreich und seine Schülerinnen und Schüler sowie für seine Studierenden ein besonderes Asset. So wird Wissen und Können im eigenen Land gefördert und gestärkt, werden die dringend benötigten Fachkräfte in Niederösterreich ausgebildet und aufgebaut. Das sind Stärken, die für Niederösterreich und ganz Österreich im globalen Wettbewerb einen wesentlichen Standortvorteil bedeuten.“ Der Austria IT Security Hub unterstreicht die Vorreiterrolle des Landes in der Kooperation und Kollaboration zwischen Wirtschaft und Forschung.

Auch für St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler ist klar: „Für eine praxisnahe Ausbildung und um die Forschung professionell vorantreiben zu können, ist es wichtig, die Bildung mit der Wirtschaft direkt zu vernetzen bzw. zu verknüpfen. Die FH St. Pölten trägt dem Rechnung mit dem – österreichweit einzigartigen – Institut für IT Sicherheitsforschung und dem Josef Ressel Zentrum für die konsolidierte Erkennung gezielter Angriffe. Mit dem Austria IT Security Hub wird die Kompetenz in Sachen Informatik & Security am Bildungs- und Wirtschaftsstandort beträchtlich erhöht. St. Pölten übernimmt bei diesem komplexen Thema einmal mehr eine Vorreiterrolle. Positiv hervorzuheben sind auch die neuen Arbeitsplätze, die durch die Kooperation entstehen“.

Zeitgleich mit seinem Engagement im Rahmen des Security Hubs eröffnet Kapsch seine neue Geschäftsstelle in St. Pölten (die 7. in Österreich). „Damit rücken wir in einem sehr wichtigen Markt noch näher an unsere Kunden. Dazu gehören beispielsweise das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, die Niederösterreichischen Landeskliniken Holding aber auch Unternehmen wie die Voith GmbH, das NÖ Pressehaus oder die Schaeffler Austria GmbH. Die Berndorf Band Group ist unter anderem einer unserer “Cyber Defence Center“-Kunden, so Jochen Borenich. Die neue Geschäftsstelle im BIZ Business- & Innovationszentrum, die auf den Bereich Cyber Security fokussieren soll, bietet Studierenden und Absolventen der FH St. Pölten die Möglichkeit, frühzeitig in einem global agierenden Konzern Fuß zu fassen.

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