St. Pölten Konkret

Gründung der Bertha von Suttner-Privatuniversität

03.04.2017, von Thomas Kainz

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Im Bild (1/1): Der Finanzdirektor der Stadt St. Pölten, Mag. Thomas Wolfsberger, FH-Geschäftsführer DI Gernot Kohl und Bürgermeister Mag. Matthias Stadler unterzeichneten gemeinsam mit Mag. Maria-Anna Pleischl, Dipl.-Päd. Markus Daimel und Mag. Sivlia Weigl vom ÖAGG sowie FH-Prof. DI Hannes Raffaseder und FH-Geschäftsführerin Dr. Maria Gabriela Ondrejkovics-Fernandes mit Rechtsanwältin Dr. Nora Aburumieh und Notar Mag. Ferdinand Krug den Vertrag zur Gründung der neuen Privatuniversität in St. Pölten. (Foto: Vorlaufer)

Im St. Pöltner Rathaus wurde heute die Gründung einer neuen Privatuniversität vollzogen: Die Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten soll ab dem Wintersemester 2018/19 starten.

Am 6. März wurden die rechtlichen Schritte zur Gründung einer Hochschulen Holding durchgeführt und damit die Voraussetzungen zur Errichtung einer Privatuniversität in St. Pölten geschaffen. Nun wurde die neue „Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten GmbH“ offiziell gegründet. Die neue Privatuniversität wird gemeinsam mit der Fachhochschule am FH-Campus angesiedelt sein, der bis 2020 durch einen Zubau erweitert wird.

Studiengänge in Psychotherapie und Humanwissenschaften
Angeboten werden sollen an der neuen Privatuniversität in der ersten Entwicklungsphase zwei Bachelorstudien und zwei Masterstudien mit je 30 Studienplätzen pro Jahrgang. Geplant sind Studiengänge in Psychotherapie (Bachelor Psychosoziale Intervention und Master Psychotherapie) und in Humanwissenschaften (Bachelor Angewandte Humanwissenschaften und Master Multimediale Kunsttherapie).

„Die in Fachkreisen diskutierte ‚Akademisierung der Psychotherapie‘ wird in der Novelle des Psychotherapiegesetzes Eingang finden. Die Privatuniversität bietet ein konsekutives Studium der Psychotherapie und ermöglicht den angehenden PsychotherapeutInnen so ein Studium auf ‚Augenhöhe‘ mit Psychologie und Medizin“, erklärt Maria-Anna Pleischl, provisorische Geschäftsführerin der Privatuniversität.

Die Studiengänge der Humanwissenschaften reagieren auf die sozialen Entwicklungs- und Veränderungsprozesse in Österreich, die unter anderem einer demografischen Umgestaltung geschuldet sind. Grund dafür ist nicht nur die zunehmende Alterung der österreichischen Bevölkerung, sondern auch die steigende Zuwanderung nach Österreich. Neben der Altenbetreuung und dem Migrationsmanagement ist auch die generelle Hilfeleistung von armutsgefährdeten Personen und Familien ein relevantes Betätigungsfeld.

Derzeit arbeiten die Entwicklungsteams an der Einreichung zur Akkreditierung. Geplanter Start der ersten Studiengänge ist im Wintersemester 2018/19, vorbehaltlich der erforderlichen Akkreditierung durch die AQ Austria. In weiterer Folge soll das Angebot durch Lehrgänge ergänzt werden. Damit sollen beim vorläufigen Vollausbau an die 400 Studierende an der Privatuniversität studieren.

Bertha von Suttner als Namensgeberin
Die Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten wird sich durch den Einsatz neuer und innovativer Formen des Lehrens und Lernens auszeichnen mit dem Ziel, sowohl als Bildungs- als auch Forschungsraum einen Beitrag zur positiven Entwicklung der Gesellschaft zu leisten.

„Die Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner wurde als Namenspatronin gewählt, weil sie sich in ihrem gesamten Wirken immer für den Respekt vor dem Menschen und die Höherentwicklung der Menschheit eingesetzt hat und dabei stets einen starken Fortschrittsglauben hatte“, so Hannes Raffaseder, provisorischer Geschäftsführer der Privatuniversität.

„Ohne eine offensive Bildungspolitik ist keine erfolgreiche Wirtschaftspolitik möglich, und umgekehrt. Wenn wir den Wirtschaftsstandort St. Pölten weiterentwickeln wollen, müssen wir entsprechende Initiativen bei der Bildung setzen und die Ausbildungsmöglichkeiten optimieren. Dieser Grundsatz ist bereits im Masterplan und im Visionsprozess 2020 festgeschrieben. Mit heutigen Gründung wird ein weiterer Meilenstein erreicht, der den Standort St. Pölten nachhaltig stärken wird“, kehrt Bürgermeister Matthias Stadler auch die wirtschaftliche Relevanz hervor.

Eigentümer und Geschäftsführung
Eigentümer der Privatuniversität werden zu 50% der Österreichische Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG) und zu 50% die Hochschulen-Holdinggesellschaft, eine 100%ige Tochter der Stadt St. Pölten, sein. Zu den Geschäftsführern der Hochschulen St. Pölten Holding GmbH wurden Maria Gabriela Ondrejkovics Fernandes und Gernot Kohl, Geschäftsführung der FH St. Pölten, und Thomas Wolfsberger, Leiter der Stabstelle Finanzen in der Stadt St. Pölten, bestellt. Die provisorische Geschäftsführung der Privatuniversität übernehmen Hannes Raffaseder, Prokurist der FH St. Pölten, und Maria-Anna Pleischl, Generalsekretärin des ÖAGG. Die Alleinvertretung des Gesellschafters Stadt St. Pölten in der Generalversammlung nimmt Bürgermeister Matthias Stadler wahr.

Über den ÖAGG
Der Österreichische Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik besteht seit dem Jahre 1959 und ist die größte Vereinigung von BeraterInnen, TrainerInnen und PsychotherapeutInnen in Österreich, mit rund 1.600 Mitgliedern und zahlreichen Aus- und Weiterbildungs-Einrichtungen. Der ÖAGG ist die größte anerkannte psychotherapeutische Ausbildungsorganisation in Österreich.
www.oeagg.at

Der Bildungshotspot in NÖ
„Investitionen in die Bildung bringen den meisten Ertrag“, ist das Motto von Bürgermeister Mag. Matthias Stadler. St. Pölten ist der Bildungs-Hotspot Niederösterreichs. Das breite Bildungsangebot eröffnet der Jugend, aber auch den Erwachsenen, die sich weiterbilden, alle Chancen. Die aktuellen Investitionen von rund 300 Millionen Euro in den Bildungsstandort rechnen sich in mehrfacher Hinsicht: Ein gutes Bildungsangebot ist für die Wahl des Wohnstandortes wichtig. Vor allem junge Familien achten darauf, dass dem Nachwuchs alle Möglichkeiten des österreichischen Bildungssystems zur Verfügung stehen, und zwar vom Kindergarten bis zum Hochschulabschluss. Gut ausgebildete Fachkräfte sind für die Etablierung der Stadt als Wirtschaftsstandort ein grundlegendes Esset. Denn dort, wo es qualifiziertes Personal gibt, siedeln sich neue Unternehmen an bzw. können bestehende Betriebe expandieren. Die Investitionen in die Bildungseinrichtungen sind zudem ein wesentlicher Impuls für die Bauwirtschaft und damit werden Arbeitsplätze gesichert. Hinzu kommt, dass durch die Erweiterung und Neuetablierung von Bildungseinrichtungen zahlreiche, zum Teil hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen. „St. Pölten stärkt seine Position als Bildungshauptstadt im größten Bundesland, auch der Hochschulstandort ist längst von keiner Karte mehr wegzudenken und braucht in vielen Bereichen auch den internationalen Vergleich nicht mehr scheuen“, so Stadler.


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