St. Pölten Konkret

Schulsozialarbeit soll flächendeckend ausgebaut werden

06.03.2019, von Corina Muzatko und Heinz Steinbrecher

schulsozialarbeit
Im Bild (1/1): Schulamtsleiter Lic.iur. Andreas Schmidt MBA, MPA, DSA Mag.a(FH) Gerda Bernauer und DSAin Kathrin Liebing vom Verein "young" und Bürgermeister Mag. Matthias Stadler freuen sich auf einen flächendeckenden Ausbau der Schulsozialarbeit in St. Pölten. (Foto: Corina Muzatko)

Seit dem Schuljahr 2005/2006 wird an St. Pöltner Pflichtschulen das Konzept der „x-point-Schulsozialarbeit“ mit dem Verein „young“ umgesetzt. Mit Beginn des kommenden Schuljahres 2019/2020 soll, vorbehaltlich der Förderzusage durch das Land Niederösterreich, dieses Angebot nochmals erweitert werden. Die Stadt St. Pölten ist jedenfalls bereit ihren Förderbeitrag entsprechend aufzustocken.

Im Schuljahr 2005/2006 wurde Schulsozialarbeit erstmals an der Volksschule Otto Glöckel eingerichtet. Ab dem Schuljahr 2006/2007 wurde es dann an den Dr. Theodor Körner Mittelschulen umgesetzt. Das niederösterreichische Modell der Schulsozialarbeit ist als Präventionsmaßname der Kinder und Jugendhilfe NÖ angelegt.

Die Finanzierung erfolgt durch das Land Niederösterreich (2/3) und die Schulgemeinde St. Pölten (1/3). Mit dem Schuljahr 2019/2020 soll dieses erfolgreiche Projekt nun auch auf die Mittelschulen in St. Georgen, Viehofen, Wagram und Pottenbrunn ausgedehnt werden. Damit wird dann in allen NMS (Pflichtschulen) der Landeshauptstadt Schulsozialarbeit angeboten. Ziel ist in erster Linie die Unterstützung, Beratung und Begleitung von Schülerinnen, auch als vorbeugende Hilfe für Minderjährige und deren Familien.

Von Beratung bis zu Hilfe im Krisenfall
Das Angebot der „x-point-Schulsozialarbeit“ reicht von Beratungsstunden während der Schulzeit an den Schulen und Reflexionsgesprächen mit den PädagogInnen bis hin zur Krisenintervention und zur Vernetzung mit anderen sozialen Einrichtungen in der Region. Der Verein „young“ bietet Schulsozialarbeit an 45 Schulen in ganz Niederösterreich. Zu Beginn des Schuljahres stellen sich die SozialarbeiterInnen bei den SchülerInnen vor, wenn Gesprächsbedarf besteht können sich die SchülerInnen dann eigenständig an die SozialarbeiterInnen wenden. Ist der Kontakt hergestellt, werden in einem Erstgespräch Anliegen bearbeitet, Ziele vereinbart und Lösungen gesucht. Dies kann je nach den Bedürfnissen der SchülerInnen in einem einmaligen Gespräch, aber auch, nach Einverständnis der Eltern, in einem längerfristigen Beratungsprozess (z.B. wöchentlich) erfolgen. Bei spezifischen Problemlagen wird an andere soziale und medizinische Einrichtungen weiter vermittelt.

Schulsozialarbeit: Eine Erfolgsgeschichte
„An uns können sich wirklich alle Schülerinnen und Schüler mit Problemen aller Art wenden. Egal ob es um Schwierigkeiten in der Schule, aber auch in der Familie oder mit Freunden geht, bis hin zu einer reinen Informationsauskunft, wir sind gerne Ansprechpartner in allen Lebenslagen. Die Schülerinnen und Schüler nehmen unser Angebot auch gerne an und in den vergangenen Jahren konnte schon vielen geholfen werden. Den Schülerinnen und Schülern wird ein leichter Zugang zu Beratung ermöglicht und die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sind regelmäßig in den teilnehmenden Schulen präsent, deshalb wird das Angebot auch so gerne angenommen. Es freut uns, dass das Angebot nun ausgebaut werden kann und somit noch mehr Kinder die Möglichkeit bekommen sich an eine Sozialarbeiterin oder an einen Sozialarbeiter wenden zu können“, so DSAin Kathrin Liebing vom Verein „young“.

Betreuungsaufwand steigt
Wie in den letzten Jahren zu beobachten war, wächst der Betreuungsaufwand obwohl die SchülerInnenzahl stagniert. Diese Herausforderung beobachtet „young“ auch in anderen Gemeinden. Eine in der Steiermark durchgeführte Evaluierung hat aber auch gezeigt, dass ein erhöhtes quantitatives und qualitatives Angebot von Schulsozialarbeit die Folgenkosten in anderen Bereichen reduziert. Durch die Arbeit mit den SchülerInnen soll die Schulsozialarbeit auch den Schulalltag entlasten und zu einem positiven und innovativen Schulklima beitragen.

Ein wichtiger Baustein im sozialen Netz St. Pöltens
Bürgermeister Mag. Matthias Stadler unterstreicht ebenfalls die Bedeutung der Schulsozialarbeit: „Jeder weiß, dass die Jugend nicht gerade die unbeschwerteste Zeit des Lebens ist. Vieles ist ungewiss und oft überwiegt die Unsicherheit. Es ergeben sich damit Problemfelder, die gerade auch in den Bereich der Schulen hineinwirken. Seit 20 Jahren leistet nun bereits der Verein young hier eine äußerst kompetente und effektive Hilfestellung an den Schulen in Niederösterreich und in der Landeshauptstadt. Schulsozialarbeit spricht Themen an, die lebensweltlich für die Kinder und Jugendlichen bedeutsam sind und zum Gelingen des Zusammenlebens an Schulen und zu einem erfolgreichen Bildungsweg der einzelnen SchülerInnen beitragen. Eine Anlauf-, Vermittlungs- und Beratungsstelle vor Ort ist zweifellos für die SchülerInnen, die Eltern und auch für die PädagogInnen von unschätzbarem Wert. Der Verein „young“ deckt letztlich mit seinen umfangreichen Angeboten auch eine wichtige Funktion im sozialen Netz St. Pöltens ab. Als Bürgermeister der Landeshauptstadt bin ich dankbar für derartige Initiativen, und die Nachfrage von Seiten der Kinder und Jugendlichen spricht für das sinnvolle und hilfreiche Konzept der x-point-Schulsozialarbeit. Auf diesem Weg möchte ich dem Verein young nochmals zu seinem Bestandsjubiläum gratulieren und auch weiterhin viel Erfolg für die Zukunft wünschen.“


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