St. Pölten Konkret

Internationaler Tag der Muttersprache - jede Sprache ist ein Gewinn

20.02.2015, von Andrea Jäger

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Im Bild (1/1): Für Kinder ist es wesentlich die Sprache zu lernen, die einen Bezug zu ihrer Kultur und Lebenswelt hat und die sie auch in der Familie und im Alltag sprechen. Ein tolles Lese-Angebot gibt es in der Stadtbücherei St. Pölten.(Foto: Josef Vorlaufer)

Der Internationale Tag der Muttersprache hat das Ziel, sprachliche Vielfalt und Mehrsprachigkeit zu fördern. Er wird seit dem Jahr 2000 jährlich am 21. Februar begangen. Die UNESCO möchte damit aber auch auf die Sprachen von Minderheiten und deren Diskriminierung aufmerksam machen. Dazu zählen unter anderem die Gebärdensprache für gehörlose und hörbehinderte Menschen sowie die Braille-Schrift für blinde Menschen.

Kinderbücher in vielen verschiedenen Sprachen
Die Stadt St. Pölten unterstützt die Lust am Lesen und auf Sprachen: So wird das Angebot an fremdsprachiger Literatur in der Stadtbücherei ständig ausgebaut. Eine große Auswahl an Büchern sowie Sprachlernmaterialien für Kinder gibt es in den Sprachen Arabisch, Englisch, Französisch, Griechisch (Neugriechisch), Italienisch, Kroatisch, Polnisch, Russisch, Spanisch und Türkisch.
In St. Pölten werden derzeit rund 100 Sprachen gesprochen.

Kinder mit Hörbehinderungen sind benachteiligt
Gebärdensprache ist die Erstsprache von gehörlosen und hörbehinderten Menschen. In Österreich sprechen etwa 10 000 Menschen die österreichische Gebärdensprache, die 2005 als offizielle Sprache in der Bundesverfassung anerkannt wurde. Eine Rechtsgrundlage für die Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache als Muttersprache gibt es im Schulrecht nicht. Gehörlose und gehörbeeinträchtigte Kinder werden dadurch häufig ausgegrenzt und erhalten nicht die Förderung, die ihnen zusteht. Dass Inklusion grundsätzlich funktionieren kann, obwohl es teuer ist, zeigen Länder wie Schweden, die USA oder Großbritannien, wo Bildungseinrichtungen, in denen in Gebärdensprache unterrichtet wird, selbstverständlich sind.

Zukunft ist mehrsprachig
Der Muttersprachenunterricht ist in Österreich gesetzlich verankert. Der Erwerb der Erstsprache ist ein echter Gewinn für alle, denn nur wer die Erstsprache gut beherrscht, kann auch die Zweitsprache wirklich gut erlernen. Und gute Deutschkenntnisse sind Basis sowohl für die Bildungs- als auch für die Arbeitsmarktintegration. Die Kenntnis der Muttersprache ist außerdem für das Erlernen zusätzlicher Fremdsprachen, den schulischen Erfolg, die Entwicklung und die Bildungschancen eines Kindes von großem Vorteil.
Die Förderung der positiven Einstellung zur eigenen Muttersprache ist ebenfalls ein wichtiger Gedenktag-Schwerpunkt, denn nur wer seine eigene Kultur wertschätzen lernt, kann auch anderen Kulturen mit Respekt begegnen. Somit ist die Mehrsprachigkeit auch ein Schlüssel zum gegenseitigen Respekt.

Kontakt
Mag.a Martina Eigelsreiter
Büro für Diversität
Tel.: (+43 2742) 333-2035
E-mail: diversitaet@st-poelten.gv.at


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