St. Pölten Konkret

Pilotprojekt zur Unterstützung von Kindergartenkindern aus Flüchtlingsfamilien

25.03.2015, von Martin Koutny

Pilotprojekt zur Unterstützung von Kindergartenkindern aus Flüchtlingsfamilien
Im Bild (1/1): Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und Landesrätin Mag. Barbara Schwarz präsentierten am 25. März 2015 ein Pilotprojekt zur Untersützung von Kindergartenkindern aus Flüchtlingsfamilien. (Josef Vorlaufer)

Das Land Niederösterreich hat gemeinsam mit VertreterInnen der Stadt St. Pölten ein Konzept zur Unterstützung der Kindergarten-Teams im Umgang mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien ausgearbeitet, welches nun in St. Pölten erstmals in einem Pilotversuch umgesetzt wird. Landesrätin Mag. Barbara Schwarz und Bürgermeister Mag. Matthias Stadler haben das Projekt am 25. März 2015 gemeinsam in St. Pölten im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Derzeit besuchen offiziell rund 30 Kinder aus Flüchtlingsfamilien, vor allem aus Afghanistan, Syrien, Irak und Pakistan, einen der 24 Landes-Kindergärten in der Landeshauptstadt St. Pölten. Insgesamt rund 100 Kinder in den Betreuungseinrichtungen sind jedoch durch Fluchterfahrung geprägt – eine besondere Herausforderung für die Kindergarten-Teams. Denn diese Kinder haben oftmals traumatische Erlebnisse zu verarbeiten, hinzukommen Sprach- und Kulturbarrieren und eine Reihe von organisatorischen und bürokratischen Herausforderungen für ihre Angehörigen.

Alle Kindergartenteams der Stadt St. Pölten erhalten in den kommenden Wochen im Rahmen von Fachtagen die Möglichkeit zu einem besonderen Netzwerkaustausch mit unterschiedlichen in Asylfragen kompetenten Anlaufstellen. In Workshops erhalten sie fachliche Inputs sowohl zu den psychologischen Hintergründen und Auswirkungen von Traumatisierungen als auch zu Asylverfahren und Fremdenrecht. Die 10 am meisten betroffenen Kindergärten der Stadt werden sich dann bis zum Sommer in Arbeitskreisen weiter intensiv mit posttraumatischen Belastungsstörungen und Traumata und der Ausarbeitung konkreter Maßnahmenschritte in den Kindergärten auseinandersetzen. Bei Bedarf wird auch die Arbeit der Interkulturellen MitarbeiterInnen seitens des Landes intensiviert werden.

Für Bildungs- und Familien-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz soll dieses Pilotprojekt wertvolle Rückschlüsse bieten, was Kindergärten zur bestmöglichen Unterstützung aller Kinder, aller Eltern und der Kindergarten-Teams benötigen. „Die Kindergarten-Teams, zum Beispiel die Interkulturellen MitarbeiterInnen mit ihrem Sprach-und Kulturverständnis, sind für die Kinder und für deren Familien oft besonders vertrauenswürdige Personen. Daher gehen die Fragestellungen, die an sie herangetragen werden, oft weit über deren ursächliche pädagogische Aufgabe hinaus. Hinzu kommt, dass Flüchtlingskinder sehr kurzfristig und mitten im Kindergartenjahr ihren Platz in der Kindergemeinschaft finden müssen. Für diese Herausforderungen wollen wir ihnen bestmögliche Unterstützung und ein Netzwerk von möglichst vielen Ansprechpartnern anbieten.“

„Die gemeinsamen Fachtage mit dem Land NÖ, welche erstmalig in St. Pölten stattfinden, sollen Wertschätzung für das Kindergartenpersonal für ihre Arbeit mit Kinderflüchtlingen und deren Eltern vermitteln. Sie sollen das Wissen über Asylverfahren, Fremdenrecht und die psychische Situation von Asylwerbern vermehren und erweitern. Im Mai und Juni 2015 werden weitere Arbeitskreise zu den Themen posttraumatische Belastungsstörungen, Trauma und Resilienz durchgeführt. Durch diese Unterstützung der Kindergartenteams soll langfristig die Arbeit in den St. Pölten NÖ. Landeskindergärten hinsichtlich Inklusion, Ethik, Gesellschaft und Soziales gefördert und ihre Qualität gesteigert werden", so Bürgermeister Mag. Matthias Stadler.


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